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Verzeichnis seiner Schriften und Aufsätze einsandte. Schon die bis 1895 herausgegebenen Publikationen umfassen 40 Nummern, die teils in Buchform, teils als Programm- und Zeit— schriften-Aufsätze erschienen. Sie erstrecken sich über ein weites Gebiet. Wenn auch philologische und archäologische Schriften im Vordergrunde stehen(griechische Archäologie des südlichen Russlands und römische des westlichen Deutschlands), so fehlt es doch nicht an Aufsätzen über deutsche Literatur, hessische Lokalgeschichte, russische Maler, Pädagogik und Philosophie*). Es ist kein Wunder, dass ein Mann von so umfassender Gelehrsamkeit, solchem Reichtum der Interessen, der dabei mit Treue, Gerech- tigkeit und echt humanem Sinn seines Amtes waltete, der auch ein Muster der Anspruchs- losigkeit und Schlichtheit war, nicht bloss von seiner vorgesetzten Behörde in seinem Werte voll und ganz erkannt wurde,— haben doch auch Se. Majestät der Kaiser und seine erhabene Mutter, die Kaiserin Friedrich, ihn verschiedentlich mit ihrer Huld ausgezeichnet!— sondern dass auch seine Mitarbeiter ihm willig folgten, dass seine Schüler ihn verehrten und die Bürgerschaft ihn hochschätzte. Ihn ganz zu ersetzen ist schwer; ihm nachzufolgen eine Ehre und eine den Eifer beflügelnde Aufgabe.——
Zu diesem herben. Verluste kam nun im August nach wenigen Tagen ein zweiter harter Schlag für das Gymnasium und die Realschule. War Ernst Schulze als hochbetagter Mann, an der Schwelle des Greisenalters, ein Opfer langwierigen Siechtums geworden, so entriss den Professor Georg Purgold, eine tückische, plötzlich ausbrechende Krankheit in der Blüte der Jahre ganz unerwartet seiner Familie, seinen Freunden und seinen Schülern. Kaum hatte er die Altersstufe erreicht, die die Griechen als àr. als Höhepunkt des geistigen Lebens im Menschen, bezeichnen; er stand in der Fülle der Gesundheit, ein stattlicher Mann, glücklich in seinem häuslichen Besitze und schönen Garten vor den Toren dieser anmutig gelegenen Stadt. Als ein pflichttreuer Lehrer, ein warmherziger Freund der Jugend, von vielen geschätzt und geliebt, so lebt er in der Erinnerung aller die ihm nahegestanden haben. Von mir, der ich ihn leider nicht persönlich gekannt habe, wäre es unbescheiden, wollte ich in diesem Kreise mehr über ihn sagen.—
Das Andenken an die Verewigten bleibe bei uns in Ehren!— Wenden wir uns nun mit einem avete piae animae von der Vergangenheit den Aufgaben der Gegenwart zu! An Herrn Professor Purgolds Stelle ist vom Curatorium mit Genehmigung des Königlichen Provinzial-Schulkollegs Herr Oberlehrer Wilhelm Brenken aus Cassel berufen, den ich hier— es ist meine erste Amtshandlung— in diesem Kreise gleich willkommen heissen darf.
*) Schriften Ernst Schulzes.— Ein vollständiges Verzeichnis derselben von der Hand des Ver- fassers hat mir nicht vorgelegen. Die Schriften bis 1895 hat ein dankbarer Schüler des Verewigten, Herr Professor Dr. Max Schneider aus Gotha, sorgfältig zusammengestellt und die Liste mir übersandt, wofür ich ihm hiermit herzlichst danke. Der gleiche Dank gebührt der Frau Geheimrat Schulze, die mir Ergänzungen dazu mitgetcilt hat. Sollte doch noch das eine oder andere übersehen sein, so bitte ich freundlichst, mich darauf aufmerksam zu machen, damit es nachgetragen werden kann.— 1. In Buchform: 1. De excerptis Constantinianis quaestiones criticae. Dissert. inaug. Bonn. 1866.— 2. Beschreibung der Vasensammlung des Freiherrn von Leesen. Leipzig. B. G. Teubner. 1871.— 3. Alte Handzeichnung eines Reliefs mit Darstellung eines Salier-Umzuges. St. Petersburg. Schnitzdorff 1873.— 4. Das alte Rom als Grossstadt und Weltstadt(Virchow und Holtzendorff, Samml. wissensch. Vortr. No. 302). Berlin 1878. — 5. Skizzen hellenischer Dichtkunst. Gotha, Fr. A. Perthes. 1880.— 6. Adiumenta latinitatis. Grund- züge des lateinischen Stils in Verbindung mit Uebersetzungsstücken für die oberste Stufe des Gymnasiums. Leipzig, B. G. Teubner. 1883.— 7. Leitfaden der Poctik nebst einem Abriss der deutschen Literatur. Gotha, Fr. A. Perthes 1883.— 8. Dr. Adolf Moritz Schulze, ein Bild seines Lebens und Wirkens. Gotha, Thienemann. 1884.— 9. Grundzüge der Logik und Uebersicht über die griechische Philosophie für die Prima der Gymnasien. Leipzig, B. G. Teubner. 1886.— 10. Lebensbeschreibung des Prinzen Ludwig Gruno von Hessen-Homburg.(Mitteilung. des Vereins für Geschichte und Altertumskunde zu Hom- burg v. d. H., V. Heft). 1892. 2 Porträts in Lichtdruck und Kartenskizzcn.— 11. Beiträge zur Lebens- geschichte des Erbprinzen Friedrich Joseph von Hessen-Homburg und seiner Geschwister mit 5 Abbild. (ebenda. VI. Heft). 1899.— 12. Das Landgrafen-Denkmal zu Homburg v. d. H., mit Abbildungen und Inschriften. Zur Enthüllungsfeier am 16. 8. 1906. Angchängt ist die Dichtung: Am Fusse des Weissen Turmes(ebenda. IX. Heft). 1906.— 13. Das römische Forum als Mittelpunkt des öffentlichen Lebens,


