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So mangelhaft vorstehende Tabelle auch immerhin sein mag, so können wir doch mancherlei daraus entnehmen. Einmal sehen wir, dass fast alle angeführten Gattungen auch in der jetzigen Schöpfung vertreten sind, nur wenige sind ausgestorben, so Dryophyllum, Echi- tonium, Apocynophyllum, Dryandroides, Apeibopsis und Podogonium. Wir sehen weiter, dass in der Tertiärzeit eine Reihe von Gattungen in Europa gelebt haben, welche jetzt ganz be- stimmten Florengebieten angehören, so zum Beispiel Swartzia, Jacaranda, Ternstroemia nur dem tropischen Amerika; Widdringtonia und Tecoma dem Cap; Hakea, Grewillea, Dryandra, Banksia Neuholland; Dalbergia, Grewia, Engelhardtia dem indischen Monsun-Gebiet; Koelreu- teria, Salisburia, Thuyopsis dem chinesisch-japanischen Gebiet; Robinia, Taxodium, Liriodendron dem Waldgebiet des westlichen Continents; Dracaena dem Gebiet der Azoren und Canaren, Sequoia Californien. Andere Gattungen gehören mehreren Florengebieten an, so zum Beispiel Bombax dem tropischen Amerika und indischen Monsungebiet; Acacia Neuholland, dem Cap und dem indischen Monsungebiet; Rhus dem Cap, Sudan und dem indischen Monsungebiet, dem Waldgebiet des westlichen Continents, dem Mediterran-Gebiet und dem der Canaren und AXzoren; Olea dem Cap, dem chinesisch-japanischen Gebiet, dem Mediterran-Gebiet und dem der Canaren und Azoren; Ficus dem Cap, Sudan, dem indischen Monsungebiet, Mexiko und dem tropischen Amerika; Podocarpus Neuholland, dem chinesisch-japanischen Gebiet, dem tro- pischen Amerika und Chile. ¹) Auch die nicht genannten Florengebiete der Jetztzeit sind nach. v. Ettingshausen in der Tertiärflora Europas durch bezeichnende Arten vertreten, so das Wald- gebiet des östlichen Continents, Westindien, die Sandwichinseln, die Maskarenen, Norfolk, Neu- seeland, das Gebiet der Steppen und das der Prärien.
„Die Flora der Tertiärperiode im Allgemeinen hatte auf der gesammten Erde insofern die gleiche Beschaffenheit, als sie die Elemente aller Floren in sich barg.“ Für die einzelnen Stufen des Tertiärs jedoch verliert diese Ansicht v. Ettingshausen's ihre Gültigkeit, denn weder sind im Eocän bereits alle Elemente vertreten, noch sind sie im Pliocän noch alle vorhanden,
Nur im Miocän finden wir diese merkwürdige Mischung von tropischen und subtro- pischen Pflanzen mit solchen der gemässigten Zone, und auch hier nur innerhalb gewisser Breiten, indem nach Norden hin die tropischen und subtropischen Elemente nach und nach verschwinden. Im Miocän von Spitzbergen finden wir selbst eine Anzahl von Bäumen der ge- mässigten Zone nicht, so Liquidambar, Ostrya, Castanea, Eläagnus, Liriodendron. Es war eben fär diese Gattungen zur Miocänzeit in Spitzbergen schon zu kalt, während zu derselben Zeit im südlicher gelegenen Grönland eben diese Bäume noch vorkommen, wogegen andere, wie Sapindus, Metrosideros, Panax von hier schon nach südlicheren Breiten verdrängt worden sind.²)
Von den in der Tabelle angeführten Miocänlokalitäten fällt namentlich Sagor in Krain durch seinen Reichthum an Gattungen auf, welche den verschiedensten klimatischen Anforder- ungen entsprechen. Sind doch dort von den genannten 59 fossilen Familien 45 vertreten Hier finden wir neben Palmen und Pandaneen, Pinus und Juniperus, neben Proteaceen und Actocarpeen, Corylus, Alnus und Betula, und wie hier, so ist es an den meisten miocänen Fundorten, ein Zusammentreffen von tropischen und gemässigten Pflanzen, wie wir es in der Jetztwelt nur in Japan und in den südlichen Staaten von Nordamerika finden.
¹) v. Ettingshausen, Zur Entwicklungsgeschichte der Vegetation der Erde. p. 11, ²) Heer, O., Die schwedischen Expeditionen zu Erforschung des hohen Nordens vom Jahr 1870 und 1872 auf 1873. p. 20.
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