Aufsatz 
Beschreibung des Um- und Neubaues der Gymnasialgebäude / von Gelderblom
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4

Projektbearbeitung ließ jedoch die Unmöglichkeit erkennen, durch einen solchen Verbindungs- bau völlig befriedigende Zustände zu schaffen, und so entschied man sich für einen voll- ständigen Neubau für die Unterrichtsräume und wählte hierzu das Gelände zwischen den alten Gymnasialbauten und dem Wohnhause des Direktors am Neumarkt. Durch einen Austausch mit der Stadt wurde die Rosengasse verlegt, so daß das eigentliche Gymnasial- grundstück, hierdurch erheblich vergrößert, nunmehr reichlich Raum bot zur Errichtung des Neubaues, wobei zugleich nach Fertigstellung aller Bauarbeiten ein stattlicher großer Hof gewonnen wurde, um den sich die Gebäude wirkungsvoll gruppieren. Doch mit der Er- richtung eines Neubaues für die eigentlichen Unterrichtsräume war den Bedürfnissen allein noch nicht Rechnung getragen, auch die Aula und Turnhalle mußten nicht unwesentlich vergrößert werden, anstalt für etwa 40 und dem Mangel an e. Gymnasiasten in Garderoberäumen 1 das Erdgeschoß des alten bestehen

wurde hier abge- holfen dadurch, daß bleibenden Teiles man die im ge- des Mittelbaues ver- nannten Gebäude legt, dessen zwei befindlichen zwei Obergeschosse, zu- Klassenzimmer mal sie für Unter- hierzu herrichtete. richtszwecke durch- aus ungeeignet

Auch ein Neubau waren, zu 2 Dienst-

für das Abort- gebäude war un- wohnungen um- gebaut wurden.

vermeidlich. Schließlich wurde So entstand eine umfangreiche Bau-

die früher im Waisenhaus be- aufgabe, die nun findliche Speise- auf Grund des im Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Berlin unter Oberleitung des Geheimen Oberbaurates Delius aufgestellten Entwurfs im Juni des Jahres 1907 in Angriff genommen werden konnte, nachdem die Mittel in Höhe von rd. 260 000 M. durch den Staatshaushaltsetat bereitgestellt waren. Die Ausführung geschah unter der Leitung des Regierungs- und Geheimen Baurats Waldhausen in Cassel durch die Kreisbauinspektion in Hersfeld, welche bis Mai 1908 durch den Königl. Kreisbauinspektor Fritsch, nachher durch den Königl. Kreisbauinspektor A. Müller verwaltet wurde. Die örtliche Bauleitung und Vorbereitung sämtlicher Arbeiten im einzelnen war dem Regierungs-Baumeister Gelderblom übertragen.

A. Klassengebäude.

Zunächst wurde das mit insgesamt 15 Klassenzimmern ausgestattete Unterrichts- gebäâude in Angriff genommen, welches jetzt als Hauptgebäude in stattlicher Baumasse den Schulhof und zugleich den Neumarkt beherrscht. Im Aeußeren lehnt es sich an die heimischen Formen der deutschen Renaissance an und zeigt eine gruppierte malerisch wirkende Anlage.