Aufsatz 
Beschreibung des Um- und Neubaues der Gymnasialgebäude / von Gelderblom
Entstehung
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Baubeschreibung

Zum

Um- und Erweiterungsbau des Kgl. Gymnasiums in Hersfeld, ausgeführt in den Jahren 1907 bis 1909.

Am 2. Juli 1570 begründete Abt Michael das Hersfelder Gymnasium und stellte ihm die Räume des ehemaligen Franziskanerklosters zu Lehr- und Wohnzwecken zur Verfügung. Dieses Kloster lag innerhalb der Stadtmauer an derselben Stelle, wo sich auch heute die verschiedenen Baulichkeiten des Gymnasiums erheben, welche leider von der ältesten Anlage selbst kein äußeres Merkmal mehr zeigen. Als jedoch im Jahre 1909 die beiden Seiten- flügel des 1688 errichteten Gymnasialgebäudes abgebrochen wurden, fanden sich im Mauerwerk bemerkenswerte Bausteine des alten Klosters, des ersten Heimes des hiesigen Gymnasiums; sie sind heute in der Vorhalle der Stiftsruine aufgestellt und geben Zeugnis vom alten Klosterbau mit einer schönen gotischen Kapelle.

Aus der Zeit von 1688 stammt heute noch der untere Teil des Mittelbaues mit der Figur derDoctrina et Disciplina über dem Eingang. Dieses Gebäude genügte mit seinen beiden Flügeln bis ins vorige Jahrhundert den Bedürfnissen der Anstalt, wurde aber sodann im Laufe der Zeiten erweitert durch Hinzufügung des alten, nunmehr auch abgerissenen Waisenhauses mit einem späteren Anbau und in den Jahren 1875 1876 des Gebâudes, in dem sich neben 2 Klassen die Aula und Turnhalle befinden.

Nun trat in den neunziger Jahren des letztvergangenen Jahrhunderts infolge be- deutenden Anwachsens der Schülerzahl wiederum die Frage der Erweiterung der Anstalts- räume auf. Sie sollte diesmal jedoch viel weitgreifender werden, da zumal die neuzeitlichen Anforderungen an zweckmäßige und gesundheitlich einwandfreie Unterrichtsräume eine weit- gehende Berücksichtigung erheischten, welche schließlich das Ergebnis hatte, daß für sämt- liche Unterrichtsräume ein vollständig neuer Bau geschaffen werden mußte. Zuerst wurde unter möglichster Erhaltung der alten Teile ein Umbau geplant, der unter Fortfall der beiden Flügel des alten Hauptgebäudes sowie desWaisenhauses einen Verbindungsbau zwischen dem Aulagebäude und dem alten Mittelbau vorsah, ein Projekt, das bei entsprechender Aus- gestaltung eine äâußerlich sehr wirksame Baugruppe hätte ergeben können. Die eingehendere

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