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Die örtliche Bauleitung ruhte in den Händen des Bauführers Friedrich Pohl aus Lorchhausen am Rhein, welcher mit seltener Tüchtigkeit und Umsicht seines Amtes waltete. Die Erd-, Maurer- und Asphaltarbeiten sowie die Lieferung der Lungsteine hatten die Friedberger Maurermeister Th. Morschel und H. Reuss gemeinsam übernommen. Die Steinmetzarbeiten in rotem Sandstein lieferten Gebrüder Hack in Boxthal bei Wertheim a. M., die Granitstufen der Freitreppen, der beiden Haupttreppen, sowie deren Podestplatten Paul Jakob in Marktleuthen im Fichtelgebirge, während die Lieferung der eisernen Träger der Firma Hupfeld in Wies- baden und die Ausführung der umfangreichen Zimmerarbeiten den Zimmermeistern Füller, Vater und Söhne in Friedberg übertragen waren. Die Dach- deckerarbeiten wurden durch Walther in Assenheim besorgt, die Spenglerarbeiten hatte C. F. Frick, die Schreinerarbeiten, mit Ausnahme der Fussböden, welche die Firma Himmelsbach in Karlsruhe lieferte, W. F. Jordis, beide in Friedberg, übernommen. Die Schmiede- und Schlosserarbeiten, mit Aus- nahme der Fensterbeschläge und Kleiderhaken, welche Franz Brechenmacher in Frankfurt a. M. besorgte, waren W. A. Hess in Friedberg über- tragen. Die Glaserarbeiten wurden von Fritz Fuss in Wiesbaden gefertigt, während die Verputz- und Anstreicher- arbeiten die Firma Georg Hieronimus in Friedberg über- Abbild. 5. Nordwestliche Gebäude-Ecke mit dem Pedellenhaus. nommen hatte. Die Rabitz- gewölbe fertigten Arbogast& Sorg in Strassburg im Elsass, die Heizungsanlage lieferte Fritz Käferle in Hannover. Die Gas- und Wasseranlagen wurden vom städtischen Gas- und Wasserwerk in Friedberg besorgt, während die Beleuchtungskörper der Klassenzimmer von der Actiengesellschaft für Gas und Elektricität in Köln, die Lüster und Wandarme der Turn- und Festhalle, des Beratungszimmers und der Flure von J. H. Lussmann Söhne in Frankfurt a. M. geliefert wurden.
So sind denn auf den Trümmern der im Jahre 1543 errichteten einfachen Lateinschule zwei stattliche Schwesteranstalten neu erstanden, und wenn wir uns an der Hand ihrer Ge- schichte durch die Jahrhunderte ihres Bestehens leiten lassen, dann spiegeln sich in ihr alle Kämpfe wider, die unser deutsches Vaterland in dieser Zeit gekämpft hat, alle Stürme, die über es hinweggebraust sind, bis es sich zu neuer Kraft und Blüte, deren der Neubau ein Zeuge sei, erhob.
Köln am Rhein. Franz Thyriot, Architekt.


