9
Die Feier der Einweihung des Neubaus.
Zu Beginn der Juliferien v. J. war der Neubau fertig, und ungestört konnte man bis zum Wiederbeginn der Schule den Ueberzug aus dem alten Schulhause bewerkstelligen und alle Räume mit dem nötigen Mobiliar versehen. Um dessen Einordnung hat dann durch seine Hilfe Herr Professor Karg in umsichtiger und dankenswerter Weise sich verdient gemacht. Schulbänke und Katheder hatten die Firma A. Lickroth& Co. in Frankenthal und F. Kreutzer in Oppenheim a. Rh., sämtliche Turngeräte J. Bickhardt in Darmstadt, die völlige Ausstattung des physikalischen und chemischen Lehrsaales und Vorbereitungsraumes F. Fuendeling in Friedberg geliefert.
In frei- giebiger Weise, wofür ihr hier noch gedankt sein soll, hatte die Stadt Friedberg alle Kosten der Einweih- ung des herrlichen Hauses über- nommen, und ein Festaus- schuss, ge- bildet aus den Herren Stadträten C. Damm, Görtz, Scriba und den Herren Prof. Karg, Prof. Völ- sing, Roth unter Vorsitz des Direktors der Anstalt, hatte die not- wendigen Vorbereit- ungen getroffen und Einladungen ergehen lassen, sodass am ersten Schultage, dem 5. August, abends 8 Uhr, im Saalbau zur Vorfeier Goethes Iphigenie auf Tauris durch Schüler des Gymnasiums aufgeführt werden konnte.¹) Eingeleitet wurde die Aufführung durch einen Fest= prolog; die Pausen zwischen den Aufzügen füllten Schülerorchestervorträge Händelscher und Gluckscher Tonsätze aus unter Leitung des Herrn Gymnasiallehrers Müller. Hintergrund und Coulissen der Bühne waren von Herrn Gymnasiallehrer Roth entworfen und von ihm und Herrn Dekorationsmaler Barnas in stimmungsvoller Weise gemalt. Beiden Herren sei
hier der Dank unserer Anstalt ausgesprochen.
Abbild. 6. Halle mit Haupttreppe.
*
¹¹) Die Mitwirkenden waren Hermann Schmalenbach(Iphigenie), Ferdinand Vetter(Thoas), Karl Meissinger (Orest), Konrad Brachmann(Pylades), Hermann Hechler(Arkas).


