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lege, daß ich alle meine Kraft und all mein Können in den Dienſt des ſittlich religiöſen und des geiſtigen Gedeihens der mir anver— trauten Jugend ſtellen, ſie nach beſtem Wiſſen und Gewiſſen zu allem Wahren, Guten und Schönen heranbilden und ſie lehren will, in der unverbrüchlichſten Treue und Liebe zu unſerem er— habenen kaiſerlichen und königlichen Herrn und ſeinem ganzen Hauſe, im Wohle ihres Vaterlandes und ihres Volkes ihr eigenes Wohl am beſten gewährleiſtet zu ſehen.
Dieſes verantwortungsvolle Werk wäre für mich allein zu ſchwer, wenn ich nicht wüßte, daß treue Mitarbeiter mir zur Seite ſtehen, deren kräftiger Unterſtützung und Hilfe ich nicht entraten kann, ſoll ich hoffen, daß es mir mit Gottes Beiſtand unter dem wohlwollenden Schutz der vorgeſetzten Behörden gelingen wird, die mir anvertraute Anſtalt in den oben bezeichneten Bahnen zu leiten. Und ſo richte ich denn zunächſt an Sie, werte Amtsgenoſſen, mit wärmſtem Dank für die freundlichen Worte, mit denen Ihr Senior mich willkommen geheißen hat, eine aufrichtige Bitte: Alles Wirken der Menſchen mit und unter einander iſt auf gegenſeitiges Ver— trauen gegründet. Vertrauen iſt die alles belebende Sonne, die die edelſten Regungen, die beſten Kräfte des menſchlichen Herzens erweckt und ans Licht zieht. Begegnen Sie mir mit dem vollen aufrichtigen Vertrauen, das ich aus warmem, wohlmeinendem Herzen Ihnen allen, dem älteſten wie dem jüngſten unter Ihnen rückhaltlos entgegenbringe— vielen von Ihnen bin ich ja kein völlig Unbe— kannter— und Vertrauen iſt ja Vertrauen wert. Weiß ich mich doch einig mit Ihnen in dem gleichen Streben nach demſelben hohen Ziele, einig in der treuen Fürſorge für das geiſtige und ſittliche Wohl der uns anvertrauten Jugend, einig in der herzlichen warmen Liebe zu dieſem köſtlichſten Gut unſeres Volkes, ohne die alles Wiſſen nichts iſt, einig in der Achtung vor unſerem Berufe, der, mag die große Menge über ihn urteilen, wie ſie will, zwar keine Hoheitsrechte verwaltet, aber doch deshalb in ſeiner hehren Er— habenheit von keinem anderen Berufe erreicht, geſchweige denn über— troffen wird, weil er das köſtlichſte Kleinod, die Seele des Kindes, das Ebenbild der Gottheit, zum Gegenſtande hat. Mögen unſere Neigungen, unſere Studien vielleicht verſchieden ſein, mögen unſere Anſchauungen über irdiſche und himmliſche Dinge von einander ab⸗ weichen,— gegenſeitiges, ehrliches und offenes Vertrauen wird uns


