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Erkenntniss, wie könnte der menschliche Verstand eindringen in die Geheimnisse des göttlichen Willens? Nein, mit innigem Vertrauen, mit kindlicher Demuth unterwerfen wir uns deiner höheren Fügung und leben des frommen Glaubens, dass Alles, was deiner Vaterhand ent- strömt, nur heilbringend und nützlich für uns sein könne. So rufen wir denn mit frommer Ergebung zu dir, allliebender Vater: du hast ihn uns gegeben, du hast ihn uns gonommen, dein Name, o Herr, sei ewig gelobt! Amen.
Als wir uns, geliebte Schüler und Freunde, zum letzenmale zum Dienste des Ierrn vereinigten, erfüllte uns die frohe Zuversicht, dass unsere näehste gemeinsame Gottesverehrung nur der Heiterkeit und Freude geweiht sein würde. Wir hofften uns nach längerer Trennung wiederzusehen, belebt mit heiligen Vorsätzen, ausgerüstet mit neuer Kraft, um dem hohen Ziele entgegen zu streben, das unsere Anstalt uns vorgesteckt hat; wir hofften neue Ankömmlinge in unserm Kreise zu erblicken, sie als Schüler und Brüder begrüssén, und durch Lehre und Beispiel zu ihrer Ausbildung wirken zu können. Wohl sind wir wieder vereint, wohl sehen wir in unsrer Mitte solche, die bisher noch nicht Glieder unsrer Anstalt waren, aber unsrer Freude fehlet der höhere Aufschwung, tiefe Betrübniss und Wehmuth erstickt ihre Keime, und der düstre Trauerflor ist an die Stelle der heitern Miene getreten. Denn laut ruft es in hundert und tausend Herzen: der Vater ist todt, der Vater des Landes, der sich mit frommer Liebe, mit treuer Sorg- falt, mit unverdrossener Thätigkeit für das Wohl seiner Unterthanen bemühte, der Vater der Stadt, der mit väterlichem Wohlwollen, mit weiser Umsicht ihren Wohlstand und Flor beförderte und in den Zu- stand der Blüthe emporhob, der uns jetzt an ihr erfreut, der Vater der Jugend und insbesondere unserer Anstalt, der die hohe Wich- tigkeit der Schulen für Staat und Menschheit erkannté, der ernst und fest seinen Blick auf das Wohl derselben richtete und mit regem, rastlosem Eifer für ihr Gedeihen besorgt war.— Aber lasset uns nicht allzusehr der niederbeugenden Trauer, dem ertödtenden


