Aufsatz 
Predigt, gehalten am 9. Mai 1830
Entstehung
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Schmerze hingeben; dem Maune und dem, der zum Manne heranreifen will, ziemt mit Kraft und Fassung zu tragen, was der weise Lenker des Weltalls verhängt. Nicht darum durch unmännliche Klagen, nicht durch trostlosen Jammer wollen wir das Andenken des Geschiedenen feiern, wir wollen in seinem Geiste ihn ehren, wollen dadurch ihn ehren, dass wir seine Grösse und IIoheit recht klar vor die Seele uns stellen, durch den Gedanken an ihn stark machen unsre Kraft, un- sern Willen, und von seinem Vorbild uns leiten lassen in unserm Streben und Wirken. Dann cird, wie der heilige Sänger der Vor- zeit sagt, das Andenken des Gerechten, das Andenken eures ver- klärten Landesvaters, in Segen ruhen;, ermunternd, belebend und stärkend wird sein Geist über euch schweben, und noch lange Jahre werden dem Lande, das er mit mildem und weisem Scepter beherrsch- te, aus seinem Gedächtniss die segenreichsten Früchte entspriessen. Darum lasst uns denn in der heutigen gottgeweihten Stunde unter- suchen, wie der studirende Jüngling und känftige Stautsbürger in dem Geiste seines allverehrten Höchstseligen Grossherzogs leben und seinem Beispiel nachfolgen solle.

Wir alle, die wir hier versammelt sind, wissen es entweder aus eigner Erfahrung, oder aus dem Munde ülterer Zeitgenossen und den Jahrbüchern der Geschichte, welche furchtbare Stürme am Ende des vorigen und Anfang des jetzigen Jahrhunderts die Ruhe Europas erschütterten, das Wohl der Staaten und Städte, die Sicher- heit des Ganzen und der Einzelnen geführdeten und über manches blü- hende Land, über manches unschuldige Haupt zahllosen Jammer, end- loses Verderben herbeiführten; wir wissen, wie wahre Herrschergrösse und Kraft dazu erforderlich waren, um in solchen Zeitverhältnissen das Schiff des Staates sicher zu leiten, damit es nicht ein Raub der wüthenden Wogen werde und in dem Aufruhr der Elemente zertrüm- mere. Wohl aber ist es auch uns allen bekannt, wie Ludavig I. da- mals sich zcigte, was er seinem Volke, seinem Lande war, was sein

Hessen ihm verdanket. Fest und muthig stand er in der allgemeinen 1 2