Aufsatz 
Geist, Ziele und Mittel der Gymnasialbildung / von Adalbert Becker
Entstehung
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30 wöchentliche Stunden. Nach dieſen Zuſammenſtellungen ſind die wöchentlichen Unterrichtsſtunden, welchen die Schüler heſſiſcher und preußiſcher Gymnaſien ſich unterziehen, ziemlich gleich. Denn in Heſſen und Preußen haben alle Primaner, Sekundaner, Tertianer und Quartaner, alſo die Schüler der oberen ſieben Jahrgänge, wöchentlich je 30 Unterrichtsſtunden. Für Quinta und Serta bietet der heſſiſche Plan im Vergleich zu dem preußiſchen eine Erleichterung; denn ſtatt der 30 Stunden der preußiſchen Quinta hat Heſſen 28 Stunden, und ſtatt der 28 Stunden, welche die preußiſche Sexta verlangt, begnügt ſich die heſſiſche Sexta mit 27 Stunden. Weil Preußen in Sexta und Quinta 3 Stunden mehr anſetzt als Heſſen, iſt die Geſamtſumme der wöchentlichen Stunden der neun Gymnaſialklaſſen in Heſſen 265, in Preußen 268 Stunden.

Dieſe Stunden verteilen ſich in folgender Weiſe auf die einzelnen Lehrgegenſtände. In den neun Gymnaſialklaſſen werden wöchentlich folgende Stunden erteilt:

Religion in Heſſen 18 Stunden, in Preußen 19 Stunden,

Deutſch 25 5 5 217 Lateiniſch 74 2 77 Griechiſch 38 40 7 Franzöſiſch 16 5 7 21 Geſchichte ¹ 27. 28

Geographie 7 Mathematik 35. 7 34 Naturkunde 18. 18 Zeichnen 8 6 Schreiben 6 5 4 3

zuſammen in Heſſen 265 Stunden, in Preußen 268 Stunden.

Zu dieſen Stunden kommen noch je 2 Stunden Turnen und 2 Stunden Geſang. Nach den vorausgegangenen Ausführungen lag bis jetzt keine Veranlaſſung vor, im heſſiſchen Lehrplan vom Jahre 1877 die Stundenverteilung der Primen, Sekunden, Tertien und der Quinta und Sexta ändern zu wollen. Nur für die Quarta wäre die fünfte franzöſiſche Stunde, unter der Vorausſetzung entſprechender Erleichterung durch Wegfall der einzigen Schreibſtunde der Quarta, recht erwünſcht.