3 A.
wo Fragen der häuslichen Erziehung behandelt, Einrichtungen der Schule, Individualitäten der Schüler beſprochen wurden. So entſtanden ſeine anregenden Vorträge, die ich jedem gebildeten Hauſe empfehlen möchte. Mir dünkt, auch das Programm einer Schule ſei beſonders dazu geeignet, in ähnlicher Weiſe von Zeit zu Zeit Erziehungsfragen zwiſchen Schule und Elternhaus zur Beſprechung zu bringen.
Die Cirkularverfügung des preußiſchen Unterrichtsminiſters vom 31. März 1882 über die Einführung der revidierten Lehrpläne für die höheren Schulen Preußens ſpricht das hochbedeutſame Wort aus, nur durch ein Gelingen der Thätigkeit der Schule in ihrem ganzen Umfange könnten die Überbürdungsklagen zum Verſtummen gebracht werden. Es handelt ſich alſo hiernach nicht darum, die weſentliche Thätigkeit des Gymnaſiums unangemeſſen zu beſchränken, ſondern die Thätigkeit desſelben zunächſt richtig zu begreifen und alsdann unter gebührender Schonung und Hebung der Kraft des Schülers mit allen geeigneten Mitteln ſo geſchickt und anhaltend zu fördern, daß das ſichere Gelingen erreicht wird.„Förderung des Gelingens“— muß alſo unſer oberſter Grundſatz, unſer eifrigſtes Beſtreben ſein. Alle verſtändigen Eltern werden gern auf dieſen Gedanken eingehen. Denn in der Schule bedeutet das Gelingen der Thätigkeit ihrer Söhne nichts anderes, als deren thatkräftige Entwickelung oder die Ausſtattung der⸗ ſelben nicht mit toten Kenntniſſen, ſondern mit Fertigkeit in der freien Anwendung ihrer Kräfte und mit Fähigkeiten zu tüchtigen Leiſtungen im ſpäteren Leben. Es iſt nun eine Freude zu ſehen, wie bereitwillig unſer tüchtiger, auch für pädagogiſche Fragen empfänglicher Lehrer⸗ ſtand an die Ausführung dieſer Aufgabe herantritt. Dazu bedarf nun das Gymnaſium auch der Verſtändigung mit den Kreiſen der Eltern, ſogar bezüglich mancher techniſchen Fragen des Unterrichts. Gelingt es, das Elternhaus davon zu überzeugen, daß die Bemühung der Schule wirklich durchdacht, zweckmäßig und menſchenfreundlich iſt, ſo trägt die Wertſchätzung, die das Haus der Schule deswegen ent⸗ gegenbringt, zum Gelingen der Schulthätigkeit ganz außerordentlich viel bei. Solche Beſprechungen von faſt privater Natur, zwiſchen Schule und Haus, ſind ganz gewiß nicht ohne Wert; denn geiſtige und ſittliche Beſtrebungen, die von zuſammenwirkenden Faktoren durch⸗
geführt werden, müſſen, wenn ſie ſegensreich wirken ſollen, von der p


