— 9— gen, die ſie über ihn ausſprachen, auf die Wichtigkeit des Tages noch auf⸗ merkſamer.
Jetzt verließ der Sohn das väterliche Haus, unter den heißeſten Wün⸗ ſchen der freudetrunkenen Mutter, den froh umherblickenden Vater zur Seite und begleitet von der ganzen vorhin genannten Verſammlung. Der Zug gieng unter der freudigſten Theilnahme des herzuſtrömenden Volkes nach
dem Forum Romanum und hier harrte des Jünglings die feierlichſte Scene.
Er trat vor den ſitzenden Prätor. In dieſem Augenblicke herrſchte, wie auf den Wink, eine ehrfurchterregende Stille. Die Augen aller Anweſen— den waren auf den Jüngling gerichtet. Jetzt nahm ihm der Prätor die pur⸗ purbeſaumte Toga, die er bis auf dieſen Tag getragen hatte, ab und reichte ihm die männliche dar. Daß dieß unter den ſeierlichſten Ermahnun⸗ gen geſchah, würde man ohne die Zeugniſſe der Schriftſteller ohnehin ſchon vermuthen. Das Ablegen des verbrämten Gewandes, das von den Bürgern nur die angeſehenſten Staatsbeamten tragen durften, gab auf die ungeſuch⸗ teſte Weiſe die Veranlaſſung dazu. Im Schmucke dieſer jetzt abgenomme⸗ nen Toga dereinſt wieder einherzugehen, dazu konnte dem Jünglinge nur ein thatenreiches, verdienſtvolles Leben beförderlich ſeyn. Sollte es der Prätor bei dieſer Gelegenheit an beziehenden Winken und Fingerzeigen ha⸗ ben fehlen laſſen?
Sobald dieſer ſchwieg, hob der Vater für den Sohn, der nun unter die Burger des Vaterlandes aufgenommen war, die Hände gen Himmel und die anweſenden Freunde und Verwandte vereinigten ihre Wünſche mit den ſeinigen. Das Volk umher brach in lautes Frohlocken aus und jauchze
te gleichſam dem Vaterlande zu, daß ſich jetzt ein junger Bibe ſeinem Dienſte geweiht habe. B


