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4. Der Wetterdienſt der Landwirtſchaftsſchule.
Die Arbeiten des Wetterdienſtes zeigten auch im Jahre 1904 merkliche Fortſchritte gegen das Vorjahr. Durch Verbeſſerung und Vermehrung des Inſtrumentariums, Vermeh⸗ rung der Hamburger Depeſchen, Einrichtung eines täglichen Wetterberichtsdienſtes aus den verſchiedenſten Teilen des Gebietes iſt es gelungen die Trefferzahl der Vorausſagen zu er— höhen(die eingeklammerten Zahlen gelten für das Vorjahr), beſonders für entferntere Teile der Provinz. Die Vorausſagen trafen nach einer durchaus ſachlichen und zweckentſprechenden Prüfung ein für die Weilburger Gegend mit 90(89)%ℳ, in den Sommermonaten mit 91 (90)%, für das Lahngebiet mit 89(87)%, für den Regierungsbezirk Wiesbaden mit 87 (83)%, für den größten Teil der Provinz Heſſen⸗Naſſau init 85(gegen 80)%.
Die Auflage der Wetterkarten ſtieg auf 200(157). Hiervon wurden die für die Kaſſeler, Marburger und Frankfurter Gegend beſtimmten bereits mit einem Zug verſandt, welcher 11 Uhr 4 Minuten von Weilburg abgeht, vom 1. Dezember ab auch für die Wiesbadener Ge⸗ gend und den Rheingau beſtimmten mit einem 11 Uhr 2 Minuten von Weilburg abgehenden Zuge. Der monatliche Bezugspreis der Karten konnte auf 90 Pfg. herabgeſetzt werden. Die Vorausſagen wurden in den Sommermonaten durch die Poſt telegraphiſch nach 366(133) Poſtanſtalten befördert und dort bis 12 Uhr mittags angeſchlagen. Ueber 40(20) Zeitungen druckten die Vorausſagen ab, teilweiſe auf Grund direkter telephoniſcher Mitteilung. Nach Anſchluß des Wetterdienſtes an das Fernſprechnetz konnte ſich derſelbe bereit erklären zur unentgeltlichen Auskunft über die Wetterausſichten an Landwirte. Auch von dieſer Gelegen— heit iſt oft Gebrauch gemacht worden.
Der Wetterdienſt wurde durch Herrn Oberlehrer Freybe mit zeitweiſer Vertretung durch Herrn Petry beſorgt.
5. Vorträge der Lehrer in landwirtſchaftlichen Vereinen und Verſammlungen.
Herr Oberlehrer Dr. Helmkampf hielt im Laufe des Jahres folgende Vorträge:
1. Am 1. Mai in Genſungen, Kreis Melſungen, über die Bedeutung der Kaliſalze für unſere Kulturpflanzen; 2. am 15. Mai in Cronberg i. T. über Maßnahmen zur Förderung der Rentabilität der Betriebe; 3. am 25. Mai zu Steeden, Oberlahnkreis, über Luzerneanbau; 4. am 4. Juni in Weilburg über die nächſten Aufgaben des Simmentaler⸗ Zuchtvereins Oberlahn; 5. am 26. Juni in Niederroßbach, Dillkreis, über Anſtellung von Düngungsverſuchen; 6. am 21. Auguſt in Uſingen über Vermeidung einer Futter⸗ not; 7. am 11. September in Guxhagen, Kreis Melſungen, über die Hauptregeln für die Bodenbearbeitung und die Saat; 8. am 29. Oktober in Grävenwiesbach, Kreis Uſingen, über Zweck und Durchführung einer Konſolidation; 9. am 30. Oktober in Heinzenberg, Kreis Uſingen, über Düngung von Feld und Wieſe und Saatgutbeſchaffung; 10. am 5. November in Riedelbach, Kreis Uſingen, über Regeln für die Düngung; 11. am 6. No⸗ vember in Steinfiſchbach, Kreis Uſingen, über Futterbeſchaffung; 12. am 13. November im Bommersheim, Kreis Obertaunus, über Fütterung der Milchtiere; 13. am 26. No⸗ vember in Eſchbach bei Uſingen über Düngung der Kulturpflanzen; 14. am 27. November in Rod a. Berg, Kreis Uſingen, über Bodenbearbeitung, Düngung und Saat; 15. am 3. Dezember in Wehrheim, Kreis Uſingen, über Konſolidation; 16. am 4. Dezember in Cronberg i. T. über Maßnahmen der Landwirtſchaftskammer zur Hebung der Viehzucht; 17. am 10. Dezember in Rod a. Weil, Kreis Uſingen, über Hebung der Rindviehzucht; 18. am 17. Dezember in Pfaffenwiesbach bei Uſingen über Feldbeſtellung; 19. am 18. Dezember in Hauſen bei Uſingen über Hebung der Rindviehzucht; 20. am 8. Januar in Niederurſel, Kreis Frankfurt, über das Weſen des Schweinerotlaufs, der Schweine⸗ ſeuche und der Schweinepeſt; 21. am 25. Januar in Seulberg bei Homburg über Vieh⸗ handel nach heutigem Recht; 22. am 4. Februar in Weſterfeld bei Uſingen über Ernäh⸗ rung von Milchvieh und Hebung der Rindviehzucht; 23. am 5. Februar in Köppern, Kreis Obertaunus, über Düngung der Kulturpflanzen und Feldbearbeitung; 24. am 11. Fe⸗


