Aufsatz 
Lernstoff für den chemischen Unterricht in der Tertia der Landwirtschaftsschule zu Weilburg
Entstehung
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Deutſcher Aufſatz: Schilderung von Hermanns Vater in GoethesHermann und Dorothea. Franzöſiſche Arbeit: Überſetzung eines Stückes aus Miquet, Hist. de la revolution frangçaise, chap. 15 ins Deutſche und eines deutſchen Stückes ins Franzöſiſche.

Mathematiſche Aufgaben: a) Stereometrie: Der Innenraum einer Scheune iſt 20,25 m lang, 8,85 m breit und 5,2 m hoch, ihr ſchräges Dach hat eine innere Giebelhöhe von 2,9 m. Wieviele zylindriſche Bün⸗ del Stroh von 4 m Umfang und 1,7 m Höhe können darin untergebracht werden, wenn an der Breitſeite eine bis unter die Dachfirſte gehende Tenne von 6 m Breite freibleiben ſoll? b) Geometrie: Durch einen in der Peripherie eines gegebenen Kreiſes gegebenen Punkt P eine Sekante von gegebener Größe s ſo zu ziehen, daß auch die von dem äußeren Endpunkte der Sekante an den Kreis gezogene Tangente eine gegebene Größe t erhält. c) Arithmetik:

2 x+ 1 y+ 2 3 x 1 2y+ 8 I. 1. II.= 1. X 4 y 1 X 3 y+ 1 d) Rechnen: Ein Landwirt verkauft am heutigen Tage für 2500 Mk. 3 ½ prozentige Pfandbriefe(Zinster⸗ mine 1./4., 1./10., Kurs 99,1.) Wieviel Geld wird ihm dafür ausgehändigt?

Naturwiſſenſchaftliche Arbeit: Wie entſteht der Regenvogen?

Landwirtſchaftliche Arbeit: Wie erzeugt man gute Braugerſte?

Am 22. September fand nach Schluß des Unterrichts die Zenſur und Verſetzung ſtatt, worauf die Schüler in die Herbſtferien entlaſſen wurden.

Am 23. September folgte die mündliche Prüfung der Abiturienten, bei welcher Herr Geh. Regierungs- und Schulrat Hildebrandt von Wiesbaden den Vorſitz führte; ein Vertreter des Kuratoriums war nicht erſchienen. Von den 7 Abiturienten war einer von der Prüfung zurückgetreten, ein zweiter wurde wegen Benutzung unerlaubter Hilfsmittel von der ſelben ausgeſchloſſen. Von den 5 übrigen wurde einer, d'Orey, auf Vorſchlag des Herrn Vor⸗ ſitzenden von der mündlichen Prüfung befreit, die andern nach Abhaltung derſelben einſtim mig für beſtanden erklärt. Ihre Namen ſind folgende:

261. Waldemar d'Orey, Sohn des Kaufmanns Ruy d'Orey in Liſſabon, geb. 2. Febr. 1887, aufgenommen in III 18. Okt. 1901;

262. Hermann Kroh, Sohn des Eiſenbahnarbeiters Karl K. in Weilburg, geb. 26. Mai 1887, aufgenommen in V 18. April 1898;

263. Ernſt Schreiber, Sohn des verſtorbenen Gutsbeſitzers Fritz S. auf Einraffs⸗ hof bei Brückenau, Rbz. Unterfranken, Bayern, geb. 25. Mai 1885, aufgenommen in IV 6. Jan. 1901;

264. Felix Wolfram, Sohn des Seminarlehrers Ernſt W. in Dillenburg, geb. 21. Dez. 1886, aufgenommen in III 6. Jan. 1902;

265. Karl Beckmann, Sohn des Rentners Otto B. in Godesberg, Kr. Bonn, geb. 9. März 1886, aufgenommen in III 17. Jan. 1902.

Inzwiſchen war Herr Oberlehrer Dr. Krausbauer zum Königi. Kreisſchulinſpektor ernannt und ihm vom 1. Aug. ab die Verwaltung des Kreisſchulinſpektionsbezirks Wreſchen definitiv übertragen worden. Damit war er aus ſeiner hieſigen Stellung, die er beinahe 24 Jahre lang(ſeit dem 1. Juli 1880) in der glänzendſten Weiſe ausgefüllt hatte, ausge⸗ ſchieden. An ſeine Stelle trat vom 1. Oktober ab ein Neffe unſeres früheren hochverehrten Kollegen Prof. Dr. Theophil Nauhaus(18771898), Herr Walther Nauhaus, bis dahin Oberlehrer am Realgymnaſium in Kiel.

Oberlehrer Walther Nauhaus, geb. am 27. April 1872 zu Eisleben, abſoloierte das Königl. Real⸗ gymnaſium zu Nordhauſen, ſtudierte von 1891 bis 1892 Medizin und Naturwiſſenſchaften auf der Univerſität zu Breslau, von 1892 bis 1896 ebendaſelbſt Neuere Sprachen und beſtand Weihnachten 1896 die Prüfung pro facultate docendi, außerdem im Februar 1902 zu Bonn die Prüfung für Turnlehrer. Er war zweimal in England, woſelbſt er in Oxford am Vacation Course der University Extension teilnahm. Er beſuchte ferner die franzöſiſchen Ferienkurſe zu Genf, Berlin und Paris; hier erhielt er das dipléme superieur der Alliance française. Nach Abſolvierung des Seminar⸗ und Probejahres wurde er am 1. Oktober 1899 an der Realſchule zu Allenſtein in Oſtpreußen definitiv angeſtellt. Darauf iſt er als Oberlehrer an der Landwirt⸗ ſchaftsſchule zu Liegnitz, am Reformrealgymnaſium zu Remſcheid und am Reformrealgymnaſium zu Kiel tätig geweſen, von wo er zum 1. Okt. 1904 an unſere Anſtalt berufen wurde.

Am 11. Oktober, bei der Eröffnung des Winterhalbjahres, wurde er von Herrn Prof. Dr. Kienitz⸗Gerloff in ſein neues Amt eingeführt.

Am 24. Oktober kehrte der Direktor aus Amerika zurück und übernahm in den nächſten Tagen ſeine Amtsgeſchäfte wieder.

Am 17. November war der Direktor beurlaubt, um in ſeiner Eigenſchaft als Mitglied