Aufsatz 
Tabellen für den landwirtschaftlichen Unterricht an der Landwirtschaftsschule zu Weilburg an der Lahn
Entstehung
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Am 24. September folgte ihre mündliche Prüfung, bei welcher Herr Geh. Regierungs⸗ und Schulrat Hildebrandt als Kommiſſar der Königl. Staatsregierung den Vorſitz führte, und das Kuratorium durch Herrn Landrat Lex in Weilburg vertreten war. Allen 4 Abiturienten wurde das Zeugnis der Reife einſtimmig zuerkannt.

Am 26. September wurde das Sommerhalbjahr mit der Zenſur und Verſetzung geſchloſſen.

Vom 27. September bis zum 12. Oktober dauerten die Herbſtferien. 53

Am 20. November beehrte Herr v. Bremen, Geh. Oberregierungs⸗ und vortragender Rat im Miniſterium der geiſtlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten, die Anſtalt mit ſeinem Beſuch und wohnte einer Lektion des Herrn Oberlehrers Dr. Krausbauer in III bei.

Vom 24. Dezember 1903 bis zum 6. Januar 1904 dauerten die Weihnachtsferien.

Am 27. Januar 1904 wurde der Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs durch eine öffentliche Schulfeier in der feſtlich geſchmückten Aula begangen. Der Verein ehemaliger Schüler überraſchte uns bei dieſer Gelegenheit durch ein Geſchenk, eine Büſte Kaiſer Friedrichs III., die wir am Morgen des Feſttages in der Aula aufgeſtellt fanden, wofür dem Verein auch an dieſer Stelle unſer Dank ausgeſprochen ſei. Die Feſtrede hielt Herr Oberlehrer Dr. Krausbauer(über Kaiſer Wilhelm II. und das deutſche Volkslied).

. Am 26. und 27. Februar beehrte Herr Realſchuldirektor Dr. Koch aus Wildungenein Waldeck, deſignierter Direktor der Landwirtſchaftsſchule zu Eldena bei Greifswald, die Anſtalt mit ſeinem Beſuch und wohnte dem Unterricht in den beiden oberen Klaſſen bei.

Vom 1. März ab iſt Herr Oberlehrer Dr. Krausbauer auf unbeſtimmte Zeit beurlaubt, da der Herr Miniſter für die geiſtlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten ihm von da ab die kommiſſariſche Verwaltung der Stelle eines Kreisſchulinſpektors in Wreſchen, Provinz Poſen, übertragen hat. Zu ſeiner Vertretung haben die Herren Profeſſor Dr. Kienitz⸗Gerloff den zoologiſchen Unterricht in III, Lehrer Petry den evangeliſchen Religionsunterricht in IV und V, die Seminarmitglieder Gödecke den Rechenunterricht in III, Dr. Scheffer den franzöſiſchen Unter⸗ richt in V, Schreiber den deutſchen Unterricht in V übernommen.

Vom 9. bis 15. März war der Direktor beurlaubt, um in ſeiner Eigenſchaft als Mitglied des Zentralkuratoriums und der Reviſionskommiſſion für die landwirtſchaftlichen Winterſchulen des Regierungsbezirks Kaſſel die letzteren zu beſuchen.

Zur Reifeprüfung für das Winterhalbjahr 1903/4 ſind 6 Schüler der I. Klaſſe zugelaſſen. Ihre ſchriftliche Prüfung hat am 10.15. März ſtattgefunden, die mündliche Prüfung iſt auf den 26. März feſtgeſetzt. über den Ausfall derſelben kann erſt im nächſtjährigen Programm berichtet werden.

Der ſtädtiſchen freiwilligen Feuerwehr gehörten in dieſem Jahre außer den beiden Turnlehrern der Anſtalt zehn Schüler derſelben an. Dieſe wurden während des Sommers durch die Herren Führer der Feuerwehr in beſonderen übungen an den wichtigſten Feuerlöſchgeräten ausgebildet und nahmen an allen Geſamtübungen teil.

Im Winter durften 9 dieſer Schüler zuſammen mit Herrn Oberlehrer Freybe an den Uebungen eines von der freiwilligen Feuerwehr auf Anregung des VereinsRotes Kreuz veranſtalteten Kurſus zur Ausbildung in der erſten Hilfe

bei Unglücksfällen und im Transport Verletzter teilnehmen. Dieſe Gelegenheit iſt gern ergriffen worden, weil eine derartige praktiſche Ausbildung gerade für den künftigen Landwirt von großem Nutzen ſein kann.

Die Themata für die größeren ſchriftlichen Arbeiten der Schüler waren folgende:

Deutſche Aufſätze: III 1. Jeſus im Tempel zu Jeruſalem. 2. Inhalt des zweiten Abenteuers aus dem Nibelungen⸗ liede. 3. Was tut Hagen für Gunther im erſten Teile des Nibelungenliedes? 4. Was erzählt das Nibelungenlied von König Etzel? 5. Beiſpiele von treuer Liebe und wildem Haß im Nibelungenliede Probearbeit). 6. Inhalt von Uhlands Ballade Roland Schildträger. 7. Inhalt der vierten Szene des erſten Aufzuges von Schillers Wilhelm Tell. 8. Der Charakter des Rudenz in Schillers Tell. 9. Gertrud und Hedwig, zwei Gegenſätze. 10. Probearbeit.

II. 1. Inhalt der erſten beiden Szenen von Goethes Götz von Berlichingen. 2. Mit welchem Recht ſagt Maria am Schluß des Götz:Wehe dem Jahrhundert, das dich von ſich ſtieß? 3. Die Geſchichte Egmonts nach Goethes Trauer⸗ ſpiel. 4. Warum hängen die meiſten Soldaten in Wallenſteins Lager an ihrem Oberfeldherrn? 5. Das Leben Walleinſteins nach Schillers Drama(Probearbeit). 6. Der Charakter Hedwigs im Tell. 7. Dispoſition und Inhalt von Klopſtocks Ode der Züricher See. 8. Schilderung des Charakters des Leutnants Riccaut. 9. Warum hat gerade der ſiebenjährige Krieg Friedrich den Großen ſo volkstümlich gemacht? 10. Probearbeit.

I. 1. Was verdanken wir den altorientaliſchen Völkern? 2. Goethes Hermann als Vorbild eines jungen Landwirts (Klaſſenarbeit). 3. Die Schickſale des Oreſtes nach Goethes Iphigenie. 4. Was erfahren wir in Schillers Don Carlos von den Niederlanden? 5. In dem AufrufAn mein Volk(1813) heißt es:Erinnert euch an die Vorzeit, an den großen Kurfürſten, an den großen Friedrich!.. Gedenket des großen Beiſpiels unſerer mächtigen Verbündeten, gedenkt der Spanier und Portugieſen! Selbſt kleine Völker ſind für gleiche Güter gegen mächtigere Feinde in den Kampf gezogen und haben den Sieg errungen; erinnert euch an die heldenmütigen Schweizer und Niederländer! Was bedeuten dieſe Worte?(Abiturienten⸗ und Probearbeit.) 6. Oſterreich und Preußen im Befreiungskriege. Eine Vergleichung. 7. Geibel ſagt auf dem Schlacht⸗ felde von Chäronea:O ſchau in dieſen Spiegel, ſchau her, mein Vaterland! Was bedeuten dieſe Worte? 8. Den Tapferen hilft das Glück. Erläutert an Beiſpielen. 9. Was bedeuten in Geibels Ruf über den Main(1867) die Worte:Nun ſteht das Haus gegründet und prangt im Frührotſchein? 10. Abiturienten⸗ und Probearbeit.