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Chronit.
Aus dem Ende des Schuljahres 1898 /99 iſt folgendes nachzutragen.
Zur Reifeprüfung für das Winterhalbjahr 1898/99 hatten ſich 10 Schüler der I. Klaſſe gemeldet. Am 27. Febr.— 3. März 1899 fand ihre ſchriftliche Prüfung ſtatt, deren The⸗ mata folgende waren:
Deutſcher Aufſatz:„In Fährden und in Nöten zeigt erſt das Volk ſich echt“(Uhland, Eberhard der Rauſchebart). Erläutert durch Beiſpiele.
Franzöſiſche Arbeit: überſetzung eines Stückes aus Mignet, Hist. de la révol. fr. ins Deutſche und eines deutſchen Stückes ins Franzöſiſche.
Naturwiſſenſchaftliche Arbeit: Telephon und Mikrophon.
Mathematiſche Aufgaben: a) Rechnen: Wieviel kg Kali und Phosphorſäure werden 26 Morgen Wieſen mit einem Ertrage von ca. 44 dz Heu pro ha jährlich entzogen? Wieviel kg Thomasſchlacke und Kai⸗ nit ſind nötig, wenn die geſamte Phosphorſäure und ⁰6 des Kaligehaltes der Ernte erſetzt werden ſollen?— b) Geometrie: Ein gegebenes Dreieck ABC in ein anderes zu verwandeln, von welchem die die Grundlinie
halbierende Transverſale t gegeben, und in welchem die Grundlinie gleich der Höhe iſt.— c) Arithmetik: 31 4 y. 3 41— 3X 1 10
———— 3=.
9 7x— 5 † 9 5+ 7y+ 1
——,— ä= 2.
d) Stereometrie: Welche Tiefe muß eine Grube von der Form einer abgeſtumpften Pyramide mit 12 am oberer und 4,5 qm unterer Grundfläche haben, wenn ſie 19,08 chͤm faſſen ſoll?
Landwirtſchaftliche Arbeit: Wie iſt der Verlauf der Feldarbeiten, wenn neben 50 Morgen Wieſen je 80 Morgen Zuckerrüben, Hafer, Klee, Weizen, Erbſen, Roggen zu bewirtſchaften ſind?
Am 9. März erkrankte Herr Oberlehrer Krausbauer und mußte bis zum Ende des Schuljahres vertreten werden.—
Am 18. März fand eine Sitzung des Kuratoriums ſtatt, in welcher beſchloſſen wurde, dem Magiſtrat die Herſtellung eines Arbeits⸗ und Sammlungszimmers für den zoologiſch⸗ botaniſchen Lehrer und eines gleichen für den landwirtſchaftlichen Lehrer zu empfehlen.
Am 22. März fand im engeren Kreiſe der Schule eine Gedenkfeier des Geburtstages Kaiſer Wilhelms I. ſtatt, bei welcher der Abiturient Ochs die Gedächtnisrede hielt.
Am 24. März folgte die mündliche Prüfung der Abiturienten, bei welcher Herr Geh. Regierungs⸗ und Schulrat Hildebrandt von Wiesbaden als Kommiſſar der Königlichen Staatsregierung den Vorſitz führte, und Herr Domänenpächter Knapp⸗Hof Gnadenthal das Kuratorium vertrat. Ein Abiturient wurde wegen Unredlichkeit bei Anfertigung der ſchrift⸗ lichen Arbeiten von der mündlichen Prüfung ausgeſchloſſen, den 9 übrigen wurde das Zeug⸗ nis der Reife einſtimmig zuerkannt. Ihre Namen ſind folgende:
202. Julius Haas, Sohn des Gutsbeſitzers Wilhelm H. in Elfershauſen, Kr. Mel⸗ ſungen, Rbz. Kaſſel, geb. 8. Jan. 1881, aufgenommen in III 15. April 1896;
203. Hermann Ochs, Sohn des Steigers Chriſtian O. in Hirſchhauſen, Oberlahn⸗ kreis, geb. 14. Jan. 1880, aufgenommen in IV 17. April 1895;
204. Karl Dreſſel, Sohn des Schreiners Emil D. in Weilburg, geb. 19. Juni 1883, aufgenommen in VN 4. April 1894;
205. Adalbert Perrot, Sohn des Kaufmanns und Plantagenbeſitzers Karl P. in Wiesbaden, geb. 19. Juni 1880, aufgenommen in III 27. Mai 1896;
206. Rudolf Schanz, Sohn des Gutsbeſitzers Joſeph S. in Pönterhof, Kr. Mayen, Rbz. Koblenz, geb. 20. Mai 1882, aufgenommen in IV 20. Oktober 1895;
207. Theodor Schneider, Sohn des Gutspächters Karl S. in Witzenhauſen, Rbz. Kaſſel, geb. 18. Juli 1880, aufgenommen in IV 17. Oktober 1894;


