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Chronik.
Aus dem Ende des Schuljahres 1897/98 iſt folgendes nachzutragen. Zur Reifeprüfung für das Winterhalbjahr 1897/98 waren folgende 8 Schüler der I. Klaſſe zugelaſſen: 188. Karl Weſſel, Sohn des Metropolitans Alexander W. in Frankenberg, Rbz. Kaſſel, geb. 19. Okt. 1877, aufgenommen in III 17. Okt. 1894; 189. Berthold Jeſſel, Sohn des Kaufmanns Joſeph J. in Weilburg, geb. 7. Juli 1882, aufgeommen in V 20. April 1892; 190. Cäſar Schmidt, Sohn des verſtorbenen Kaufmanns Ernſt S. in Kerſten⸗ hauſen, Kr. Fritzlar, Rbz. Kaſſel, geb. 8. Okt. 1880, aufgenommen in III 11. April 1895; 191. Wilhelm Metzler, Sohn des Metzgers Wilhelm M. in Weilburg, geb. 4. Juni 1880, aufgenommen in V 8. April 1891; 192. Adolf Abbel, Sohn des Bäckers Karl A. in Weilburg, geb. 24. Mai 1882, aufgenommen in V 20. April 1892; 193. Wilhelm Stein, Sohn des Fabrikanten Albrecht S. in Wetzlar, geb. 13. April 1880, aufgenommen in III 8. April 1895;„ 194. Rudolf Erismann, Sohn des verſtorbenen Okonomen Hermann E. auf dem Föpon Hof bei Bleſſenbach, Oberlahnkreis, geb. 2. Mai 1882, aufgenommen in V 5. Mai 892; 195. Emil Müller, Sohn des Lehrers Chriſtian M. in Lautert, Kr. St. Goars⸗ hauſen, geb. 23. April 1877, aufgenommen V 17. Okt. 1891. Am 28. Febr.— 4. März 1898 fand ihre ſchriftliche Prüfung ſtatt, deren Themata folgende waren: Deutſcher Aufſatz: Die gute Sache ſtärkt den ſchwachen Arm. Erläutert an Beiſpielen. Franzöſiſche Arbeit: Überſetzung eines Stückes aus dem Journal des Débats ins Deutſche und eines deutſchen Stückes ins Franzöſiſche. Naturwiſſenſchaftliche Arbeit: Aus welchen Quellen ſtammt die Körperwärme und die Arbeits⸗ kraft der Tiere? Mathematiſche Aufgaben: a) Rechnen: Wieviel Nährſtoffe enthält ein Faß Jauche von 1,95 m Länge und 0,84 m Durchmeſſer, wenn das ſpez. Gewicht der gewöhnlichen Jauche 1,02 iſt?— b) Geometrie: Ein Feld in Geſtalt eines Rhomboids ſoll in einen Rhombus verwandelt werden, deſſen Diagonale ¼ von der Länge der größeren Seite des Rhomboids beträgt.— c) Arithmetik: 0,2 X+ 0,3 v+ 0,4 z= 29 0,3 X+ 0,4 y † 0,5= 38 0,4 X+ 0,5 y+ 0,7 2= 51. d) Stereometrie: Eine Gemeinde will einen viereckigen Platz pflaſtern laſſen. Die vier Seiten a, b, c und d haben die Längen 63,1 m, 76,3 m, 26,4 m und 52,2 m; die dem Winkel zwiſchen a und b gegenüber liegende Diagonale iſt 65,5 m lang. Die Pflaſterſteine, deren ſpez. Gewicht= 2,46, ſind rechtwinklig behauen, 21 cm lang, 14 cm breit, während die durchſchnittliche Tiefe des Pflaſters 12,5 cm beträgt. Wieviel Steine ſind uißeheelic, und wieviel Fuhren ſind zur Herbeiſchaffung derſelben nötig, wenn jede 30 Doppelzentner Steine en Landwirtſchaftliche Arbeit: Die Pflege der Wieſen. Am 22. März fand im engeren Kreiſe der Schule eine Gedenkfeier des Geburtstages Kaiſer Wilhelms l ſtatt, bei welcher der Abiturient Weſſel die Gedächtnisrede hielt. — Am 24. März folgte die mündliche Prüfung der Abiturienten, bei welcher Herr Geh. Regierungs⸗ und Schulrat Hildebrandt von Wiesbaden als Kommiſſar der Königlichen Staatsregierung den Vorſitz führte, und Herr Bürgermeiſter Schaum von Weilburg das Kuratorium vertrat. Auf Vorſchlag des Herrn Vorſitzenden wurde Weſſel von der münd⸗ lichen Prüfung befreit; auch den 7 anderen Abiturienten wurde das Zeugnis der Reife ein⸗ ſtimmig zuerkannt.


