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31 1 4. Olpflanzen: Olmad, Dotter, Seſam, Lallemantia, Mohn 2, Senf, Raps, Rübſen, Sonnen⸗ ume 2.
5. Geſpinſtpflanzen: Lein 3, Hanf.
6. Gewürzpflanzen: Anis, Kümmel, Fenchel, Dill, Koriander, Schwarzkümmel.
7. Gemüſepflanzen: Küchenkräuter ca. in 20 Varietäten.
Das Jahr 1896 war dem Wachstum nicht ſehr günſtig, Anfang Sommer hinderte längere Dürre die Entwickelung, in der Erntezeit that die anhaltende Näſſe viel Schaden. Einige Düngungs⸗ verſuche mit Chiliſalpeter ergaben daher wenig befriedigende Reſultate. Die Sortenverſuche mit Ge⸗ treide wurden in der Erntezeit, wie wohl voraus zu ſehen war, durch die Sperlinge total ruiniert. Die Kartoffelſortenverſuche verliefen in dieſem Jahre bezüglich der Ertragshöhe günſtig für weiße Magnum bonum, Weltwunder, Dr. Orth, Weiße Rieſen, Reichskanzler, Sonnenaufgang. Die Quali⸗ tät ließ im allgemeinen ſehr zu wünſchen übrig, woran die langandauernde Näſſe jedenfalls weſentlich mit Schuld iſt.
B. Das untere Verſuchsfeld, Größe ca. 27 a. Dasſelbe iſt lediglich der Benutzung der Schüler überlaſſen, indem einem jeden nach ſeinem Wunſche eine mehr oder minder große Fläche überwieſen wird, auf der er zum Teil ſolche Pflanzen zieht, welche ihn beſonders intereſſieren, oder Pflanzen, welche für den botaniſchen und landwirtſchaftlichen Unterricht nötig ſind. Die Erträge erſterer Pflanzen können die Schüler nach eigenem Ermeſſen verwenden; Saatgut, Setzpflanzen, ſowie Dünger und Geräte liefert die Anſtalt. Wie früher war auch im Sommer 1896 das Feld den Schülern täglich 1—2 Stunden lang geöffnet, die Aufſicht und ſpezielle Unterweiſung nahmen ab⸗ wechſelnd die Herren Seminarmitglieder wahr.
Mit der eigentlichen Landwirtſchaftsſchule ſind verbunden: 1) eine landwirtſchaftliche Winter⸗ ſchule; 2) landwirtſchaftliche Unterrichtskurſe für Elementarlehrer; 3) ein pädagogiſches Seminar für Kandidaten des landwirtſchaftlichen Lehramts.
1) Die landwirtſchaftliche Winterſchule
iſt eine auf die Volks⸗, reſp. Fortbildungsſchule weiter bauende Fachſchule, beſtehend aus 2 Winter⸗ kurſen. Dieſelbe hat die Aufgabe, den Söhnen ſolcher Landwirte, welche auf eine tüchtige Berufs⸗ bildung bedacht ſind, die Berechtigung zum einjährig⸗freiwilligen Militärdienſt jedoch nicht beanſpruchen, Gelegenheit zum Erwerb der Kenntniſſe zu geben, welche zu einem rationellen, den Zeitverhältniſſen entſprechenden Betriebe der Landwirtſchaft erforderlich ſind. Das Schulgeld beträgt halbjährlich 50 Mark. Der uUnterricht beginnt am 3. Nov. Der Lehrplan iſt folgender:
Winter 1397/98: Winter 1396/99:
Deutſch: Orthographie und Interpunktion. Ge⸗ Deutſch: Orthographie und Interpunktion. Ge⸗ ſchäftsaufſätze zum Ackerbau, Schriftweſen der ſchäftsaufſätze zur Viehzucht und Betriebslehre, 4St. Gemeindevorſtände und Verkehr mit den Be⸗ hörden, 4 St.
Rechnen: die vier Spezies in ganzen Zahlen, gemeinen und Dezimalbrüchen in Anwendung auf Flächen⸗ und Körperberechnung, 4 St.
Feldmeſſen, Nivellieren und Planzeichnen, 2 St,
Chemie der Pflanzennährſtoffe, 6 St.
Ackerbau: 1) Allgemeiner Pflanzenbau: Boden⸗ kunde, Bodenbearbeitung, Saat, Pflege, Ernte und Düngung, 6 St.— 2) Spezieller Pflanzenbau neti Dbitban 4 8
Pferde⸗ un weinezucht nebſt zugehöriger Tierheilkunde, 4 St. ſt zugeh
Rechnen: Die vier Spezies in ganzen Zahlen, gemeinen und Dezimalbrüchen in Anwendung auf Zins⸗ und andere Geſchäftsrechnungen, 4 St.
Chemie der tieriſchen Nährſtoffe, 4 St.
Wieſenbau 2 St.
Viehzucht: 1) Fütterungslehre und Molkerei⸗ weſen, 6 St.— 2) Rindvieh⸗ und Schafzucht nebſt zugehöriger Tierheilkunde, 4 St.
Betriebslehre 4 St.
Buchführung 2 St.
Die Unterrichtsſtunden ſind auf die Zeit von 9— 12 und 1—3 Uhr gelegt, ſo daß entfernter
wohnende Schüler die Eiſenbahn benutzen können.
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