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Zur Reifeprüfung für das Winterhalbjahr ſind 6 Schüler der I. Klaſſe zugelaſſen. Ihre ſchriftliche Prüfung iſt auf den 9.— 13. März, die mündliche Prüfung auf den 29. März feſtgeſetzt. über den Ausfall derſelben kann erſt im nächſtjährigen Programm berichtet werden.
Herr Wieſenbaumeiſter L. Müller, welcher für das Schuljahr 1896/97 als Hilfslehrer an die Anſtalt berufen war, wird vom 1. April ab als techniſcher Lehrer deſinitiv angeſtellt, mit der Maß⸗ gabe, daß während des Winterhalbjahres ſeine ganze Thätigkeit der Schule zur Verfügung ſteht; im Sommerhalbjahre dagegen wird er nur an zwei vollen Tagen und außerdem in den Frühſtunden von zwei weiteren Tagen für die Schule, die übrige Zeit aber für den Kreis thätig ſein, wofür dieſer ſeines Gehalts u. ſ. w. zahlt.—
Am Schluſſe dieſes Berichts erfüllt die Schule die angenehme Pflicht, der Frau Baronin v. Dungern hierſelbſt, welche ſich in großmütiger Weiſe erbot, zwei unbemittelten Schülern der An⸗ ſtalt zu helfen und denſelben Schulgeld und freie Penſion gewährte, für dieſe ſchöne That auch an dieſer Stelle ergebenſten Dank zu ſagen.
Die Themata für die größeren ſchriftlichen Arbeiten der Schüler waren folgende:
Deutſche Aufſätze: III. 1. Was hat der Apoſtel Paulus auf ſeiner zweiten Reiſe für die Ausbreitung des Chriſtentums gethan?— 2. Welche Verhältniſſe erſchwerten die erſte Ausbreitung der chriſtlichen Religion?— 3. Gunthers Brautfahrt.— 4. Wie geſchieht es im Nibelungenliede, daß Freude zuletzt mit Leide lohnt?— 5. Die Thaten Siegfrieds nach dem Nibelungenlied(Probeaufſatz).— 6. Die Entwicklung der deutſchen Landwirtſchaft bis zum Ende des ſiebenten Jahrhunderts.— 7. Was lehren die Havamal von der Gaſtfreundſchaft(Klaſſenaufſatz).— 8. Die Guts⸗ verwaltung Karls des Großen, nach dem capitulare de villis.— 9. Der Charakter des Ritters in dem Gedichte „Schwäbiſche Kunde“ von Uhland(Klaſſenaufſatz).— 10. Probeauſſatz.
II. 1. Der Charakter des Ritters im„Kampf mit dem Dachente— 2. Was enthält die„Jungfrau von Orleans“ über das Verhältnis Burgunds zu Frankreich?— 3. Die Geſchichte des Götz von Berlichingen nach Goethes Lleſchnamidem Schauſpiel.— 4a. Warum gelang die Reformbewegung Luthers?— b. Warum wird Egmont das
pfer der ſpaniſchen Politik?— 5. Was wir his jetzt über Wallenſtein und ſeine Generäle gehört haben(Probeaufſatz).— 6a. Was erzählt das Nibelungenlied von Rüdiger von Pöchlarn?— b. Der Charakter Talbots in Schillers„Maria Stuart.“— 7. Warum zaudert Wallenſtein?— 8. Inwiefern kam, was der große Kurfürſt für ſein Land that, auch Deutſchland zu gute?— 9. Dispoſition und Gedankengang der Klopſtockſchen Ode„der Rheinwein“.— 10. Probearbeit.
1. Worauf beruhte daß Ruſehen der Geiſtlichen im Mittelalter?— 2. Was hat die franzöſiſche Revo⸗ lution Gutes geleiſtet?— 3. Mit welchem Rechte ſagt Oreſtes:„Gewalt und Liſt, der Männer höchſter Ruhm, Wird durch die Wahrheit dieſer hohen Seele Beſchämt, und reines kindliches Vertrauen Zu einem edlen Manne wird belohnt“?— 4. Inwiefern bewahrheiten ſich in„Hermann und Dorothea“ die Worte Hermanns: Wer feſt auf dem Sinne beharrt, der bildet die Welt ſich“?— 5. Mit welchem Rechte führt Friedrich II. den Beinamen des Großen? (Abiturienten⸗ und Probearbeit).— 63. Durch welche Künſte überredet die Gräfin Terziy Wallenſtein?— b. Der Cha⸗ rakter Talbots in Schillers„Maria Stuart“.— 8. Weshalb erhob ſich das preußiſche Volk 18137— 8. Von welchen Hoffnungen war wohl das preußiſche Volk zu Neujahr 1814 erfüllt?— Ha. Paſſen die Worte des Meiſters im Liede von der Glocke:„Jeder freut ſich ſeiner Stelle, Bietet dem Verächter Trutz“ auch auf den Landmann?— b. Wie haben die deutſchen Dichter die Macht des Geſanges geprieſen?— 10. Abiturienten⸗ und Probearbeit.
Naturwiſſenſchaftliche Arbeiten: A. In der Botanik und Zoologie: III. 1. Vergleichung von Barbarea vulgaris und Capsella bursa pastoris.— 2. Vergleichung von Agrostemma Githago und Melandryum rubrum.— 3. Vergleichung von Daucus Carota, Heracleum dbhonogunm. Chaerophyllum temulum und basti- naca sativa.— 4. Vergleichung von Verbascum Thapsus, Euphrasia of cinalis, Linaria vulgaris und Linaria Cym- balaria(Probearbeit).— 5. Vergleichung des Grünſpechts, des Grauſpechts, des großen und des mittleren Buntſpechts. — 6. Beſchreibung des Maikäfers.— 7, Beſchreibung der Rindsbremſe.— 8. Jro earbeit.
Il. 1. Vergleichung des franzöſiſchen und des italieniſchen Raygraſes.— 2. Vergleichung des Mais, der Riſpen⸗ und der Kolbenhirſe(Probearbeit).— 3. Vergleichung der Feuerwanze und des Waſſerſtorpions.— 4. Probearbeit.
1. 1. Vergleichung der Entwickelung von Erysiphe, Claviceps und den Flechten.— 2. Der Generations⸗ wechſel der den Areganſaten und den Phanerogamen.— 3. Vergleichung der Entwickelung der Bandwürmer und der Ohrenqualle.— 4. Probearbeit.
brang B. In der Phyſik, Chemie und Mineralogie: III. 1 a. Wie viel Kupfer erhält man durch Reduktion von 100 g CuO und wie viel Waſſer entſteht dabei? b. Wie viel Natrium und Waſſer ſind erforderlich, um 36 g NaOfl zu bilden?— 2. 121 Sauerſtoff ſollen dargeſtellt werden; wie viel Cl0sK braucht man dazu, oder wieviel Hg0, oder wie viel Waſſer muß man zerlegen?— 3. Berechnung des% Gehaltes verſchiedener Salze an Kryſtallwaſſer. — 4. a. Wie viel g C0²2, Ca0 und Ca(OH)z kann man aus 64 g Kalkſtein erhalten? d. Wie viel g Nall ſind er⸗ forderlich, um dieſelbe Menge Kalkſtein zu zerlegen?— 5a. Wie viel g Weinſäure ſind erforderlich, um 002 auszu⸗ treiben aus 100 g C0⸗ Na, und 100 g O0 NaHl? b. Wie viel C02 muß das Waſſer erhalten, um 66 g Kalkſtein löſen zu können?— 6. Wie viel g Luft ſind erforderlich, um 251 Grubengas zu verbrennen, und welche Gaſe entſtehen da⸗ bei?— 7. Wie viel g Salzſäure von 26% HCl braucht man zur Darſtellung von 17 Chlor?— 8. Es ſollen 500 g Salzſäure, deren Gehalt an HOl 35% beträgt, dargeſtellt werden; wie viel g Kochſalz und 80⸗H. ſind dazu erforder⸗ lich?(Probearbeit).— 9. Beſchreibung einiger Kryſtallformen des regulären Syſtems.— 10. a. Bei einem mathe⸗ matiſchen Hebel von 1,25 m Länge trägt der kurze, 32 cm lange Arm eine Laſt von 26,3 kg; welche Kraft hält ihr das


