**2örö
30
Da es ſich jedoch herausſtellte, daß die Schüler bei der mathematiſchen Arbeit einander Hilfe geleiſtet hatten, ſo wurden ſie ſämtlich von der weiteren Prüfung zurückgewieſen. Am 2. Okt. fand die öffentliche Schlußprüfung für das Sommerhalbjahr ſtatt, deren Ord⸗ nung folgende war: Vormittags 9 ¾¼— 12 Uhr: V. Rechnen— Ketter, Deutſch— Krausbauer; IV. Latein— Dr. Gotthardt, Rechnen— Ketter; III. Pflanzenproduktionslehre— Dr. Henkelmann, Geometrie— Dr. Kienitz⸗Gerloff. Nachmittags 2 ½— 4 Uhr: II. Chemie— Dr. Nauhaus, Deutſch— Dr. Ottmann; I. Betriebslehre— Dr. Henkelmann, Geographie— der Direktor.
Am 3. Okt. wurde das Sommerhalbjahr mit der Cenſur und Verſetzung geſchloſſen.
Vom 4. bis 18. Oktober dauerten die Herbſtferien.
Am 19. Okt. begann das Winterhalbjahr für die Vor⸗ und Landwirtſchaftsſchule, am 3. Nov. für die Winterſchule.
Vom 5. bis zum 14. Nov. war der Direktor beurlaubt, um im Auftrage Sr. Excellenz des Herrn Miniſters für Landwirtſchaft, Domänen und Forſten einige andere Landwirtſchaftsſchulen und landwirtſchaftliche Winterſchulen zu beſuchen.
Vom 24. Dez. 1891 bis zum 6. Jan. 1892 dauerten die Weihnachtsferien.
Am 27. Jan. 1892 wurde der Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs durch eine öffentliche Schulfeierlichkeit begangen, bei welcher Herr Dr. Nauhaus die Feſtrede hielt (Thema:„öGalilei“). 3
Am 5. und 6. Febr. beehrte der Geheime Regierungs⸗ und Schulrat Herr Dr. Schulz aus Münſter die Anſtalt mit ſeinem Beſuche und wohnte dem Unterricht in allen Klaſſen bei.
Vom 8. bis zum 18. bezw. 20. Febr. waren die Herren Dr. Henkelmann und Dr. Nauhaus durch Krankheit am Unterricht verhindert und mußten vertreten werden.
Am 13. Febr. ſtarb der Schüler der II. Klaſſe Wilhelm Peter aus Nenderoth im Dill⸗ kreiſe, der einzige Sohn ſeiner verwitweten Mutter, im Alter von 20 Jahren. Schon ſeit mehreren Jahren krank und dadurch öfters für längere Zeit am Schulbeſuch verhindert, hatte er, ein braver und fleißiger Menſch, immer wieder ſich aufgerafft und verſucht ſein Ziel zu erreichen, bis der Tod ſeinem Streben ein Ende machte. Unter ſichtlicher tiefer Teilnahme, die ſich auch in den von den einzelnen Klaſſen geſtifteten ſchönen Kränzen bekundete, gaben ihm die Lehrer und Schüler am 15. Febr. das Geleit zum Grabe, an welchem die Schüler zwei Trauerchöre ſangen.
Zur Reifeprüfung für das Winterhalbjahr waren 10 Schüler der I. Klaſſe zugelaſſen, deren Namen folgende ſind:
117. Friedrich Heinz, Sohn des Poſtſchaffners Chriſtian H. in Weilburg, geb. 16. April 1875, aufgenommen in V 28. April 1886;
118. Julius Steinthal, Sohn des Kaufmanns Salomon S. in Weilburg, geb. 19. April 1875, aufgenommen in IV 27. Jan. 1888;
119. Otto Heubel, Sohn des verſtorbenen Gaſtwirts Friedrich H. in Neu⸗Weilnau, Kr. Uſingen, geb. 2. März 1876, aufgenommen in V 28. April 1886;
120. Walther Redlich, Sohn des Eiſenbahndirektions⸗Präſidenten a. D. Julius R. in Boppard, geb. 27. Aug. 1872, aufgenommen in III 19. Okt. 1887;
121. Adolf Horneck, Sohn des Gutspächters Adolf H. auf der Galluswarte bei Frank⸗ furt a. M., geb. 4. Juni 1874, aufgenommen in III 24. Okt. 1888;
122. Hermann Jeſſel, Sohn des Kaufmanns Joſeph J. in Weilburg, geb. 26. Mai 1875, aufgenommen in IV 9. Jan. 1888;
123. Richard Jacobs, Sohn des verſtorbenen Kunſtgärtners Friedrich J. in Weilburg, geb. 15. Jan. 1876, aufgenommen in V 28. April 1886;
124. Ferdinand Wagner, Sohn des Landwirts Philipp Ferdinand W. zu Hof Gna⸗ denthal bei Dauborn, Kr. Limburg, geb. 23. April 1876, aufgenommen in V 16. April 1887;
125. Karl Koch, Sohn des Gutspächters Wilhelm K. auf dem Bruderdiebacher Hof bei Langenſelbold, Kr. Hanau, geb. 6. März 1872, aufgenommen in V 2. April 1883;


