Aufsatz 
Studien über das Klima von Iran : 1. Teil
Entstehung
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richten über heisse Winde vor, welche sich durch nichts von dem Samum Arabiens unterscheiden. ¹)

Im Germesir, der Küstenebene Irans, ist der Samum eine häufige Plage. Im Herbst verbrennt er zuweilen bei Abuschir die ganze Sommerernte auf dem Haſme und jedes Blatt am Baum, dass dem Vieh keine Nahrung mehr übrig bleibt. In Bender Abbas sucht man sich dadurch gegen ihn zu schützen, dass man sich bis an den Hals in das Wasser legt und darin bleibt, bis der Wind zu wehen aufgehört hat. Schon Marco Polo erwähnt diesen Wind und die gegen ihn angewandten Schutzmittel. Er soll auf seine Opfer so schrecklich einwirken, dass sich die Glieder derselben beim Berühren lösten. ²)

III. Die Niederschlagsverhältnisse Irans.

In den geschilderten Luftbewegungen finden die eigentümlichen Niederschlags- und Feuchtigkeitsverhältnisse Irans ihre Begründung. Als Hauptursache der äussersten Trocken- heit der iranischen Hochebene muss die überwiegend nördliche Windrichtung bezeichnet werden, welche ihrer Herkunft gemäss im allgemeinen trocken ist. Hierzu kommt, dass Hochiran von allen wärmeren Meeren durch eine Gebirgsumrahmung getrennt ist, welche weit über ibre orographische Grenze hinaus dem im Windschatten gelegenen Lande fast jede Feuchtigkeit entzieht. Bleibt aber wirklich dem Wind nach dem Ubersetzen der Gebirgsbarrièren noch einige Feuchtigkeit, so kommt diese in der wärmeren Zeit des Jahres auch nicht einmal zur Kondensation, weil, abgesehen von dem vielfachen Fehlen der oro- graphischen Hindernisse, welche die Luft in Masse zum Emporsteigen nötigten, die Luft aus kühleren in wärmere Gegenden weht, wodurch sie sich vom Sättigungspunkte entfernt und damit die Fähigkeit verliert, ihre Feuchtigkeit auszuscheiden. In dieser Weise wirken die verschiedenartigsten Ursachen mit, dass Hochiran von den Gaben, welche das Meer in dem aufsteigenden Wasserdampf den Kontinenten zu spenden pflegt, nur einen sehr ge- ringen Anteil erhält. Was nun dem Innern des iranischen Plateaus verloren gebt, muss dem Rande desselben zu gute kommen.

Durch eine hohe Summe Niederschlige zeichnet sich besonders der Nordrand der hohen Barrière des Elbursgebirges aus, welches die mit Wasserdampf beladenen Wolken, die vom kaspischen Meere herankommen, auffängt und ibnen die Feuchtigkein entzieht. Eine 18jährige Beobachtungsreihe ergiebt für Lenkoran eine mittlere jährliche Nieder- schlagsmenge von 1190 mm, welche die von Th. Fischer ³) berechnete Regenhöhe des Mittelmeergebiets von 759,4 mm um 430,6 mm übertrifft. Von hier nehmen die Nieder- schläge in nördlicher Richtung ab, denn Baku zeigt nur mehr eine mittlere jährliche Niederschlagsmenge von 253 mm. Was wir hier am Westufer des Kaspisces in nörd- licher Richtung gefunden haben, geschieht am Südufer desselben in östlicher Richtung, denn Aschur-Ade weist auch nur 436 mm mittleren jährlichen Niederschlag auf. Da aber neben der Menge die Häufigkeit der Niederschläge für die Beurteilung der Art und Weise wie ein Gebiet benetzt wird, von Bedeutung ist, so folgt hier die Angabe der mittleren Niederschlagsmengen(in Millim.) in den einzelnen Monaten:

Beobachtungsjahre. Dzbr. Jan. Febr. März. April. Mai. Juni. Juli. Aug. Sept. Okt. Nov. Jahr. Baku 35 32 35 23 23 22 16 7 6 7 20 32 30 253

Lenkoran 18 111 111 72 93 68 38 22 29 49 207 221 169 1190 Aschur-Ade 19 50 39 32 38 25 23 14 18 38 82 46 31 436

¹) Ferrier, Caravan, S. 272, 403. ²) Yule, The Book of Ser Marco Polo, cap. XIX. ³) Studien über das Klima der Mittelmeerländer, Peterm. Mitt. Ergb. 58, S. 11.

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