Aufsatz 
Festrede zum achtzigsten Geburtstag des Fürsten Bismarck
Entstehung
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die Aufſicht führten während dieſer Zeit abwechſelnd die Herren Seminarmitglieder, denen auch die Unterweiſung der Schüler in den einzelnen Arbeiten übertragen war.

Mit der eigentlichen Landwirtſchaftsſchule ſind verbunden: 1) eine landwirtſchaftliche Winter⸗ ſchule; 2) landwirtſchaftliche Unterrichtskurſe für Elementarlehrer; 3) ein pädagogiſches Seminar für Kandidaten des landwirtſchaftlichen Lehramts.

1) Die landwirtſchaftliche Winterſchule

iſt eine auf die Volks⸗ reſp. Fortbildungsſchule weiter bauende Fachſchule, beſtehend aus 2 Winter⸗ kurſen. Dieſelbe hat die Aufgabe, den Söhnen ſolcher Landwirte, welche auf eine tüchtige Berufs⸗ bildung bedacht ſind, die Berechtigung zum einjährig⸗freiwilligen Militärdienſt jedoch nicht bean⸗ ſpruchen, Gelegenheit zum Erwerb der Kenntniſſe zu geben, welche zu einem rationellen, den Zeit⸗ verhältniſſen entſprechenden Betriebe der Landwirtſchaft erforderlich ſind. Das Schulgeld beträgt halbjährlich 50 Mark. Der Lehrplan iſt folgender: Erſter Kurſus, Winter 1895/96: Zweiter Kurſus, Winter 1896/97:

Deutſch... wöchentlich 4 St. Deutſch wöchentlich 4 St.

Landwirtſchaftliches Rechnen 4 Landwirtſchaftliches Rechnen 4 Phyſik....... 2 Feldmeſſen und Wieſenbau 2 Chemie....... 6 Spezieller Pflanzenbau.. 4 Allgemeiner Pflanzenbau. 6 Spezielle Tierzucht... 6 Allgemeine Tierzucht 4 Bettriebslehre und Buchführung 6 Tierheilkunde., 4 Tierheilkunde... 4

wöchentlich 30 St. wöchentlich 30 St. Die Unterrichtsſtunden ſind auf die Zeit von 9 12 und 1 3 Uhr gelegt, ſo daß ent⸗ fernter wohnende Schüler die Eiſenbahn benutzen können.

2) Die landwirtſchaftlichen Unterrichtskurſe für Clementarlehrer

behufs Ausbildung derſelben für ländliche Fortbildungsſchulen, errichtet von Sr. Exzellenz dem Herrn Miniſter für Landwirtſchaft, Domänen und Forſten, beſtehen aus 2 kombinierten Kurſen von je 5 Wochen, deren Lehrplan auszüglich folgender iſt:

Kurſus A. Kurſus B. a) Landwirtſchaftslehre woöchentlich 8 St.(Oberlehrer Dr. Helmkampf). Pflanzenproduktionslehre. Tierproduktionslehre.

b) Chemie woöchentlich 8 St.(Oberlehrer Dr. Nauhaus). Sauerſtoff, Waſſerſtoff, Kohlenſtoff, Stickſtoff. V Die übrigen Metalloide(beſ. Chlor, Schwefel, Phosphor, Silicium) und die für die Landwirt⸗ ſchaft wichtigſten Metalle(Kalium, Natrium, Calcium, Aluminium, Eiſen). c) Zoologie und Botanik wöchentlich 8 St.(Oberlehrer Dr. Kienitz⸗Gerloff). Zoologie: Anatomie und Phyſiologie der land⸗ Botanik: Anatomie und Phyſiologie der wirtſchaftlichen Haustiere. Pflanzen. d) Landwirtſchaftliches Unterrichtsweſen wöchentlich 8 St.(der Direktor).

Hoſpitieren in den Lehrſtunden der Anſtalt, Vorträge und Beſprechungen über Methodik des naturwiſſenſchaftlichen Unterrichts mit beſonderer Beziehung auf ländliche Fortbildungsſchulen.

Die Bibliotheken der Anſtalt können von den Kurſiſten benutzt werden(auch über die Dauer der Kurſe hinaus), desgleichen auch die Sammlungen, ſoweit es ohne Gefahr für dieſelben geſchehen kann.

Die Koſten dieſer Kurſe hat Se. Exzellenz der Herr Miniſter für Landwirtſchaft, Domänen und Forſten übernommen; derſelbe trägt auch zu den Beihilfen für Wohnung und Unterhalt der den Kurſus beſuchenden Lehrer bei, wenn die betr. Gemeinden ½h hergeben. Der Unterricht iſt für die Teilnehmer gratis.