Aufsatz 
Festrede zum achtzigsten Geburtstag des Fürsten Bismarck
Entstehung
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Chronik.

Aus dem Schluſſe des Schuljahres 1894/95 iſt folgendes nachzutragen.

Zur Reifeprüfung für das Winterhalbjahr 1894/95 waren folgende 6 Schüler der I. Klaſſe zugelaſſen:

149. Karl Gerz, Sohn des Kaufmanns Auguſt G. in Weilburg, geb. 1. Juli 1879, aufgenommen in V 12. April 1890;

150. Ferdinand Altenburg, Sohn des Kaufmanns Hermann A. in Weilburg, geb. 20. Jan. 1877, aufgenommen in III 27. April 1892;

151. Karl Fechner, Sohn des Profeſſors am Königl. Seminar für Stadtſchullehrer Heinrich F. in Berlin, geb. 26. Februar 1878, aufgenommen in III 20. April 1892;

152. Felix Steinmann, Sohn des verſtorbenen Baumeiſters Raimund St. in Bonn, geb. 19. Dez. 1876, aufgenommen in III 26. April 1892;

153. Max Marxr, Sohn des Gutsbeſitzers Max M. zu Leidenhauſen, Kr. Mülheim, Rbz. Köln, geb. 19. Nov. 1878, aufgenommen in II 10. April 1893;

154. Heinrich Dreſſel, Sohn des Rentners, früher Gutsbeſitzers Georg D. zu Groß⸗ Zimmern bei Darmſtadt, geb. 26. April 1878, aufgenommen in III 20. April 1892.

Am 4. 8. März 1895 fand ihre ſchriftliche Prüfung ſtatt, deren Themata folgende waren:

Deutſcher Aufſatz: Ulland als Balladendichter.

Franzöſiſche Arbeit: Überſetzung eines franzöſiſchen Stückes, La bataille de Wörth, ins Deutſche und eines deutſchen Stückes ins Franzöſiſche.

Naturwiſſenſchaftliche Arbeit: Der Ganerationswechſel bei Inſekten und niederen Tieren.

Mathematiſche Aufgaben: a) Rechnen: Eine Erbſchaft von 12 600 Mk. ſoll unter 4 Per⸗ ſonen im Alter von 24, 36, 57 und 68 Jahren ſo verteilt werden, daß der Jüngſte ¼, der Alteſte des Ganzen zu erhalten hat, während der Reſt unter die Anderen im Verhältnis ihres Alters verteilt werden ſoll. Der Alteſte verzichtet auf ſein Anteil und läßt denſelben unter die übrigen im Verhältnis ihres Alters verteilen. Wieviel erhält jeder? b) Planimetrie: Ein Grundſtück in Geſtalt eines Parallelogramms ſoll von einem in einer der längeren Parallelen gegebenen Punkte aus durch gerade Linien ſo in drei Teile zer⸗ legt werden, daß zwei Teile einander gleich, der dritte aber halb ſo groß als jeder der beiden anderen iſt. c) Arithmetik: 25 ½ 6*4 6 5+ 23 d) Stereometrie: Wie hoch muß eine kegelförmige

X+ 1 3 X+ 2 X+ 1

Heufeime auf einem 40,4 qm großen quadratiſchen Platze mit möglichſter Ausnutzung desſelben aufgebaut werden, wenn ſie 8500 kg Heu(ſpez. Gew. 0,2) enthält?

Landwirtſchaftliche Arbeit: Welches ſind die Vorzüge a) der Feldgraswirthſchaft, b) der Fruchtwechſelwirtſchaft, und wo ſind dieſe Wirthſchaftsſyſteme am Platze?

Am 9. März fand im engeren Kreiſe der Schule eine Gedenkfeier des Todestages Kaiſer Wilhelms I. ſtatt, bei welcher der Schüler der I. Klaſſe Sternberg die Gedächtnißrede hielt.

Am 22. März folgte die mündliche Prüfung der Abiturienten, bei welcher als Kommiſſar der Königlichen Staatsregierung Herr Regierungs⸗ und Schulrat Hildebrandt von Wiesbaden, als Vertreter des Kuratoriums Herr Landrat Fchr. v. d. Goltz in Weilburg fungierte. Allen 6 Abiturienten wurde das Zeugnis der Reife einſtimmig zuerkannt.

Am 29. März morgens erhielt der Direktor eine Verfügung der Herren Miniſter für die geiſtlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten und für Landwirtſchaft, Domänen und For⸗ ſten, durch welche der zum 1. April ausſcheidende Lehrer Herr Dr. Henkelmann(vergl. XVIII. Progr. S. 21)in Anerkennung ſeiner Leiſtungen auf landwirtſchaftlich⸗wiſſenſchaftlichem Gebiet zum Profeſſor ernannt wurde. Es war gerade der 68. Geburtstag des verdienten Mannes.