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ſchen, ſo lange dort der greiſe Dichterfürſt lebte. Luther und Friedrich der Große ſind einſam geſtorben. Wie iſt dieſer Gegenſatz zu deuten?
Vielleicht ſo. Luther und Friedrich der Große ſind Männer geweſen, die ein ganz neues Werk von Grund aus zu beginnen hatten; die von ihnen geſchaffenen Anfänge hatten noch ſchwere Kämpfe zu beſtehen und konnten erſt allmählich im Herzen der Nation Wurzel faſſen. Sie haben geackert und geſät; Göthes und Bismarcks Werk war es, reife Frucht zu ernten. Jene waren die Anfänger, dieſe die Vollender.
Und dasſelbe zeigt der heutige Tag, ein achtzigſter Geburtstag wie noch keiner gefeiert worden iſt, ſo lange die Welt ſteht; er zeigt, daß das Wort Bismarcks im Herzen der Nation Geſtalt und Gewalt gewonnen hat und immer mehr gewinnen wird. Mag immerhin noch eine Anzahl von— ſagen wir Unerfreulichen grollend oder ſcheu bei Seite ſtehen, das beweiſt nicht gegen, ſondern für Bismarck; denn ſie halten es ja ebenſo mit ſeinen drei Genoſſen, an deren ge⸗ meinſamer Verehrung ſchon ſeit lange die Beſten der Nation einander erkennen.
So möge denn der greiſe Völkerfürſt, der ja in der Volksſeele zu leſen verſteht, wie kein Anderer, möge er aus dem Jubel, der heute aus allen deutſchen Gauen und weit darüber hinaus, wo irgend deutſche Herzen ſchlagen, millionentönig ihm entgegenbrauſt,— möge er aus ihm die freudige Gewißheit ſchöpfen, daß ſein Leben, welches Mühe und Arbeit geweſen iſt wie kaum eines anderen Menſchen, nicht vergebens, ſondern köſtlich geweſen iſt, daß er ſeine Aufgabe gelöſt hat, wie nur je ein Menſch die ſeinige löſte. Wir aber, hochverehrte Anweſende, wir wollen uns dieſem Jubel anſchließen, indem wir einſtimmen in den Ruf: Fürſt Bismarck,
der Erbauer des deutſchen Reiches, wie in der Vergangenheit nie eines war, der zweifellos größte Mann der Gegenwart, Deutſchlands Ruhm nnd Zier bis in die fernſte Zukunft, er lebe hoch! und abermals hoch! und immerdar hoch!


