Aufsatz 
Landwirtschaftliche Skizzen aus Ober-Italien : 1. Teil
Entstehung
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Die ſchriftliche Prüfung fand am 6.11. Sept. ſtatt. Die Themata derſelben waren folgende:

Deutſcher Aufſatz: Die Wahrheit des SprichwortesMan ſoll den Tag nicht vor dem Abend loben an Beiſpielen nachgewieſen.

Franzöſiſches Exercitium aus Frédéric le Grand, Ilistoire de mon temps I, 1 Ende.

Mathematiſche Aufgaben: a) Einem Landmann werden Erdnußkuchen für 9 Mk. pro Centner angeboten. Wie hoch ſtellt ſich der eigentliche Futterwert derſelben, wenn ſie 40,9 pC verdauliches Protein, 6 pC Fett, 24,5 pC Kohlenhydrate enthalten, und eine Futterwerteinheit von Körnerfrüchten 6,5 Pf. koſtet, eine Futterwertein⸗ heit bei Erdnußkuchen aber nur 60 pC dieſes Wertes hat? b) Ein gegebenes Trapezoid ABCD von einem in einer

Seite(AB) gegebenen Punkt P aus in zwei Tetle zu teilen, welche ſich wie 3: 5 verhalten. c) b Vax 2 b 3 Vax

b+ Vax 5 b+ 3 Vax d) Wie groß ſind die Winkel eines Dreiecks, wenn zwei Seiten deſſelben 434,7 m und 493,2 m lang ſind, und die Projektion der größeren dieſer Seiten auf die dritte Seite 260,82 m beträgt?

Naturwiſſenſchaftliche Arbeit: Der Stoffwechſel im Tier⸗ und Pflanzenkörper.

Landwirtſchaftliche Arbeit: Die Altersbeſtimmung bei Pferden und Rindern.

Am 13. 15. Sept. beſuchte Herr Seminarlehrer Frohn aus Brühl bei Köln im Auf⸗ trage des rheiniſchen Provinzial⸗Schulkollegiums die Anſtalt, um den geographiſchen Unterricht an der⸗ ſelben kennen zu lernen.

Am 1. Okt. folgte die mündliche Prüfung der Abiturienten, bei welcher als ſtellvertretender Königl. Kommiſſar Herr Regierungs⸗ und Schulrat Dr. v. Fricken aus Wiesbaden, als Vertreter des Kuratoriums Herr Bürgermeiſter Weychardt von Weilburg fungierte. Den 3 Abiturienten wurde das Zeugnis der Reife(mit der wiſſenſchaftlichen Befähigung für den einjährig⸗freiwilligen Militärdienſt) einſtimmig zuerkannt. Von denſelben iſt Müller auf die Univerſität Marburg ge⸗ gangen, um Chemie zu ſtudieren; die beiden anderen ſind in die Praxis getreten.

Am 2. Okt. fand die öffentliche Schlußprüfung für das Sommerſemeſter ſtatt, deren Ord⸗ nung folgende war:

Vormittags 9 ¾ 12 Uhr:

V: Franzöſiſch Krausbauer, Rechnen Ketter.

IV: Geographie der Direktor, Latein Gotthardt.

III: Pflanzenproduktionslehre Dr. Henkelmann, Chemie Dr. Nauhaus. Nachmittags 2 ½ 4 Uhr:

II: Botanik Dr. Kienitz⸗Gerloff, Deutſch Dr. Ottmann.

I: Betriebslehre Dr. Henkelmann, Mathematik Dr. Kienitz⸗Gerloff. Am 3. Okt. wurde das Sommerſemeſter mit dem Cenſur⸗ und Verſetzungsakt geſchloſſen.

Das Winterſemeſter begann für die Hauptſchule mit der Aufnahmeprüfung am 15. Okt., für die Winterſchule am 5. Nov.

Am 10. Nov., dem vierhundertjährigen Geburtstage Luthers, wurde der Unterricht ausge⸗ ſetzt. Nachmittags fand, unter ſehr zahlreicher Beteiligung von Lehrern, Schülern und Gäſten, in der Aula der Anſtalt ein Feſtaktus ſtatt, bei welchem der Unterzeichnete die Feſtrede hielt.

Vom 23. Dez. 1883 bis zum 6. Jan. 1884 dauerten die Weihnachtsferien.

Zur Entlaſſungsprüfung für das Winterſemeſter 1883,84 ſind 4 Schüler der I. Klaſſe zu⸗ gelaſſen. Die ſchriftliche Prüfung iſt auf den 26. Febr. 1. März, die mündliche auf den 15. März 1884 feſtgeſetzt. Über den Ausfall derſelben kann erſt im nächſtjährigen Programm berichtet werden.

Der Unterricht iſt in dieſem Schuljahre zum erſten Male ſeit dem Beſtehen der Anſtalt durch längere Erkrankung von Lehrern geſtört worden: vor Weihnachten mußte Herr Krausbauer, nach Weihnachten Herr Gotthardt je 3 Wochen lang vertreten werden.

Das Betragen der Schüler war meiſtens zufriedenſtellend; nur ein Tertianer hat ſich gröbere Vergehen gegen die Schulordnung zu Schulden kommen laſſen, welche ſeinen Abgang veranlaßten.

Die Schüler der I. und II. Klaſſe waren auch für dieſen Winter zu den Vergnügungen der hieſigen Kaſinogeſellſchaft eingeladen, wofür der verehrlichen Geſellſchaft der ergebenſte Dank der An⸗ ſtalt ausgeſprochen wird.