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Chronik.
Aus dem Schluſſe des Schuljahres 1880/81 iſt folgendes nachzutragen:
Am 24. März 1881 wurden die 5 Abiturienten, deren ſchriftliche Prüfung Ende Februar ſtattgefunden hatte(IV. Progr. S. 36 f.), der mündlichen Prüfung unterzogen, bei welcher als Königl. Kommiſſar Hr. Regierungs⸗, Schul⸗ und Konſiſtorialrat Bayer aus Wiesbaden, als Vertreter des Kuratoriums Hr. Landrat Graf v. Schwerin in Weilburg fungierte. Den 5 Abiturienten wurde einſtimmig das Zeugnis der Reife(mit der wiſſenſchaftlichen Befähigung für den einjährig⸗freiwilligen Militärdienſt) zuerkannt. Ihre Namen ſind folgende:
(7) Auguſt Krämer, Sohn des Schuhmachermeiſters und Grundbeſitzers Georg K. hier⸗ ſelbſt, geb. 2. Juni 1866 in Weilburg, aufgenommen in V am 9. Okt. 1876;
(8) Karl Groth, Sohn des Landwirts Philipp G. zu Wenings(Kr. Büdingen, Ober⸗ heſſen), geb. 3. April 1858 zu Wenings, aufgenommen in V am 9. Okt. 1877;
(9) Przemysl Koſſuth, Sohn des Pfarrers Friedrich K. zu Wirſchweiler(Kr. Bernkaſtel, Rbz. Trier), geb. 12. April 1861 zu Dill(Kr. Simmern, Rbz. Koblenz), aufgenommen in III am 28. April 1878;
(10) Wilhelm Engelmann, Sohn des Mühlenbeſitzers Wilhelm E. hierſelbſt, geb. 8. Dezember 1863 in Barig⸗Selbenhauſen(Oberlahnkreis), aufgenommen in IV am 9. Okt. 1876;
(11) Heinrich Cahn, Sohn des Kaufmanns Samuel C. hierſelbſt, geb. 26. Sept. 1863 in Weilburg, aufgenommen in IV am 9. Okt. 1876.
Am 31. März fand die Schlußprüfung der Winterſchule ſtatt. Nach Beendigung derſelben nahm der Unterzeichnete Gelegenheit, Herrn Dr. Schultz, welcher, als Direktor an die neugegründete Landwirtſchaftsſchule zu Marggrabowa in Oſtpreußen berufen, mit dieſem Tage die Anſtalt verließ, vor den verſammelten Schülern einige Abſchiedsworte zu widmen. Nur drei Jahre lang hat die Anſtalt das Glück gehabt, den hochbegabten Mann zu den Ihrigen zu zählen, der den Schülern ein Lehrer von tiefſter Einſicht und wahrer Humanität, den Kollegen der liebenswürdigſte Genoſſe und mehr als einem unter ihnen ein unvergeßlicher Freund war. Es war der bitterſte Scheidetag, der bisher die Schule betroffen; nur das eine gereichte uns zum Troſte, daß der ſcheidende Freund in eine ſeiner Bedeutung entſprechendere Stellung und noch dazu an eine Schweſteranſtalt überging, über deren Emporblühen wir denn auch bereits die erfreulichſten Nachrichten haben.
Am 4. April wurde, mit der oberen Vorſchulklaſſe die Reifeprüfung für Tertia abgehalten, in Vertretung des Königl. Kommiſſars durch den Direktor.
Am 5. April folgte die öffentliche Prüfung aller Klaſſen und am Ende derſelben die Ent⸗ laſſung der Abiturienten.— Von denſelben iſt einer in die Unterſekunda des hieſigen Königl. Gymnaſiums übergegangen, ein anderer hat behufs weiteren Studiums der Landwirtſchaft die Univerſität Gießen bezogen, die drei übrigen ſind in die Praxis getreten.
Am 6. April wurde das Schuljahr 1880/81 mit dem Cenſur⸗ und Verſetzungsakt geſchloſſen.
Das neue Schuljahr 1881/82 wurde, nachdem am 20. April die Aufnahmeprüfungen, in Vertretung des Königl. Kommiſſars durch den Direktor, abgehalten waren, Donnerstag den 21. April eröffnet. Die Frequenz desſelben geſtaltete ſich folgendermaßen:
V.
IV. III. II. I. Beſtand Ende März 1881:....... 11 12 13 10 9= 55 Abiturienten Oſtern 1881........— 5—— 5 Verſetzung Oſtern 1881.........— 9— 5— 9— 7 + 9+† 5+ 9+ 7 Neu aufgenommen.........+ 7 1+ 3+ 1=+ 12 Abgang.............— 2— 3— 1— 6 Abiturienten Herbſt 1881........— 3=— 3 Verſetzung Herbſt 1881.........— 3— 2 + 3+ 2 Neu aufgenommen+ 4+ 1=+ 5 Abgang..............— 1— 2=— 3 Beſtand Ende Februar 1882: 10 15 7 13 10= 55
Dazu im Winterſemeſter 1881/82 10 Winterſchüler.
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