Aufsatz 
Das botanische Pensum der Tertia. Anhang: Übersicht der Klassen des Linné'schen Systems
Entstehung
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Am 23. September folgte die mündliche Prüfung, bei welcher als Königl. Kommiſſar Herr Regierungs⸗ und Schulrat Bayer aus Wiesbaden, als Vertreter des Kuratoriums Herr Bürgermeiſter Weychardt in Weilburg fungierten. Den 3 Abiturienten wurde einſtimmig das Zeugnis der Reife mit der wiſſenſchaftlichen Befähigung für den einjährig⸗freiwilligen Militärdienſt zuerkannt.

Am 1. Oktober fand zum Schluß des Sommerſemeſters eine öffentliche Prüfung ſtatt, deren Ordnung folgende war:

Vormittags 9 ½ 12 Uhr: V: Deutſch Krausbauer, Rechnen Degenhardt. IV: Franzöſiſch Dr. Ottmann, Geſchichte Krausbauer. III: Pflanzenproduktionslehre Dr. Henkelmann, Deutſch Dr. Schultz, Geometrie Dr. Kienitz⸗Gerloff. Nachmittags 2 4 Uhr: II: Chemie Dr. Nauhaus, Pflanzenproduktionslehre Dr. Henkelmann, Geographie der Direktor. I: Botanik Dr. Kienitz⸗Gerloff, Latein Dr. Schultz, Chemie Dr. Nauhaus.

Bei dieſer Gelegenheit erhielten 8 Schüler in Anerkennung ihres Fleißes und Wohlverhaltens je ein Exemplar von Büchern, welche von Sr. Excellenz dem Miniſter für Landwirtſchaft, Domänen und Forſten der Anſtalt zu dieſem Zweck überwieſen worden waren, nämlich Fiſcher(V), Kurz (IV), Moſer und Bähr(III)Stadelmann, Friedrich der Große in ſeiner Thätigkeit für den Land⸗ bau Preußens; Otto und Ohl(II),Stadelmann, Friedrich Wilhelm I. in ſeiner Thätigkeit für die Landeskultur Preußens(Publikationen aus den Kgl. preußiſchen Staatsarchiven, II. Band 1878), Lehr(II) und Krämer(I)Bericht über den landwirtſchaftlichen Teil der Pariſer Weltausſtellung vom Jahre 1878; Groth und Koſſuth(I), welche die erſtgenannten Werke ſchon früher empfangen hatten, und für welche die Zahl der Exemplare des letztgenannten nicht ausreichte, erhielten eine ehrenvolle Erwähnung. Zuletzt folgte die Entlaſſung der 3 Abiturienten, von denen der eine in die Oberſekunda der Realſchule I. O. zu Gießen übergegangen iſt, die beiden anderen ins praktiſche Leben traten.

Am 2. Oktober wurde das Sommerſemeſter mit dem Cenſur⸗ und Verſetzungsakt geſchloſſen.

Während der Herbſtferien, welche vom 3. bis zu 17. Oktober dauerten, nahm Herr Degen⸗ hardt ſeine Entlaſſung von der Anſtalt, um ſich an der Königl. Akademie der Künſte zu Berlin im Zeichnen und in der Oelmalerei, wofür er ein ſchönes Talent an den Tag legte, weiter auszubilden. An ſeine Stelle trat Herr Ewald, bis dahin Lehrer in Höchſt.*)

Das Winterſemeſter begann für die Hauptſchule am 18. Oktober, für die Winterſchule am 1. November..

Am 6. Dezember war Herr Dr. Henkelmann beurlaubt, um an der Herbſtbezirksverſamm⸗ lung des landwirtſchaftlichen Vereins für den Oberlahnkreis zu Hadamar teilzunehmen.

Vom 23. Dezember 1880 bis zum 5. Januar 1871 dauerten die Weihnachtsferien.

Am 15. Januar ſtarb der frühere Mühlenbeſitzer, dann Rentier und Bürgermeiſter⸗Stellver⸗ treter Herr Bieber, Mitglied des Kuratoriums der Anſtalt. Dem wohlverdienten Manne, welcher auch an der Gründung der Anſtalt in hervorragender Weiſe beteiligt geweſen iſt, erwies das Lehrer⸗ kollegium am 17. Januar die letzte Ehre. An ſeine Stelle iſt Herr Banquier Herz, Mitglied des Gemeinderats hierſelbſt, in das Kuratorium gewählt worden.

Zur Entlaſſungsprüfung für das Winterſemeſter hatten ſich 5 Schüler der I. Klaſſe ge⸗ meldet, deren ſchriftliche Prüfung am 22., 24., 25., 26. und 28. Februar ſtattfand. Die Themata derſelben waren folgende:

Deutſcher Aufſatz: Hermann, eine Charakterſchilderung nach Göthes deumum und Dorothea.

Franzöſiſches Exercitium aus Ségur, histoire de Napoléon et de la grande armée VIII.

Mathematiſche Aufgaben:

a) Ein Landwirt hat zwei Sorten Roggen von verſchiedener Güte. Für die beſſere Sorte werden ihm vom Korn⸗ händler pro Centner 10,25 M, für die ſchlechtere 5,85 M geboten. Er will davon 120 Ctr. ſo miſchen, daß er jeden Centner mit 9 M verkaufen kann. Wie viel von jeder Sorte muß er nehmen?

*) Georg Heinrich Ewald, geb. 27. März 1857 zu Maſſenheim(Mainkreis) beſuchte Oſtern 1873 1876 das Seminar zu Uſingen und war dann vom 1. April 1876 ab Lehrer an der Elementar⸗, höheren Töchter⸗ und ge⸗ werblichen Fortbildungsſchule in Höchſt. Im November 1879 beſtand er die zweite Prüfung mit der Lehrbefähigung für die unteren Klaſſen von Mittelſchulen.