Aufsatz 
Das botanische Pensum der Tertia. Anhang: Übersicht der Klassen des Linné'schen Systems
Entstehung
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An ſeine Stelle trat nach den Sommerferien, welche am 4. Juli bis zum 1. Auguſt dauer⸗ ten, Herr Krausbauer, bis dahin Lehrer an der Bürgerſchule zu Eſchwege.*)

Am 24. Auguſt hielt der Verein naſſauiſcher Bienenzüchter in der Aula der Anſtalt ſeine Generalverſammlung ab. Bei Eröffnung derſelben gab der Direktor ſeiner Freude darüber Ausdruck, die Verſammlung in den Räumen der Schule begrüßen zu dürfen; an den Verhandlungen beteiligte ſich insbeſondere Herr Dr. Kienitz⸗Gerloff mit einem Vortrageüber die Beziehungen der Blumen zu den Inſekten. Sehr lehrreich war die mit der Verſammlung verbundene Ausſtellung; einer der Herren Mitglieder hatte ſogar die große Güte gehabt, eigens für die Schüler einen mit Glaswänden ver⸗ ſehenen Stock mitzubringen, an welchem man die Thätigkeit der Bienen auf das bequemſte beobachten konnte.

Am 2. September fand zur Feier des Sedantages Vormittags ein öffentlicher Feſtaktus ſtatt, mit Geſängen und Deklamationen der Schüler. Die Feſtrede hielt Herr Dr. Nauhaus über die Urſachen und Erfolge des Krieges von 1870. Nachmittags folgte ein Ausflug nach Haſſelbach, welchen zahlreiche Familien der Stadt durch ihre Beteiligung verſchönerten, und bei welchem ſich die jüngeren Schüler durch Turnſpiele, die älteren durch Tanz vergnügten. Das Feſt verlief ohne Un⸗ fall und in ungetrübter Freude.

Am 7. September Nachmittags, nachdem bekannt geworden war, daß Se. Kaiſerl. und Königl. Hoheit der Kronprinz hier durchkommen würde, nahmen die Lehrer und Schüler auf dem Perron des Bahnhofs Aufſtellung, um den allverehrten hohen Herrn zu ſehen und zu begrüßen. Se. Hoheit hatte in gewohnter Leutſeligkeit die Gnade, herantretend ſich nach der Anſtalt zu erkundigen und ihr einige freundliche Worte zu widmen.

Zur Entlaſſungsprüfung für das Sommerſemeſter hatten ſich 3 Schüler der I. Klaſſe gemeldet:

(4) William Herz, Sohn des Kaufmanns Robert H. hierſelbſt, geb. 27. Okt. 1864 zu Weilburg, aufgenommen in die IV. Klaſſe am 9. Oktober 1876.

(5) Wilhelm Vogel, Sohn des Schuhmachermeiſters Karl V. hierſelbſt, geb. 6. Jan. 1862 auf der Schleuſe bei Löhnberg(Oberlahnkreis), aufgenommen in die IV. Klaſſe am 9. Oktober 1876.

(6) Wilhelm Geldmacher, Sohn des Grundbeſitzers und Papierfabrikanten Wilhelm G. zu Homburg im Kreiſe Gummersbach(Reg.⸗Bez. Köln), geb. 25. September 1861 zu Homburg, aufgenommen in die III. Klaſſe am 25. April 1877.

Die ſchriftliche Prüfung fand am 30. und 31. Auguſt, 1., 3. und 4. September ſtatt. Die Themata derſelben waren folgende:

Deutſcher Aufſatz: Inwiefern iſt England vor Rußland geographiſch bevorzugt?

Franzöſiſches Exercitium aus Frédéric le Grand, histoire de mon temps I, 3.

Mathematiſche Aufgaben:

a) Die Räder eines Wagens ſollen mit neuen Reifen beſchlagen werden, und zwar ſollen die Vorderräder 1,089 m, die Hinterräder 1,308 m im Durchmeſſer haben. Die Felgen ſind 90 mm breit, die Reifen aber ſollen 6,5 mm dick ſein. Wieviel wird der Beſchlag dieſer Räder koſten, wenn das cem Eiſen 0,014 kg wiegt, und 3,5 kg Eiſen einſchließlich aller Arbeit mit 1,70 M. berechnet werden? b) Ein Waſſerbehälter von 450 chm kann durch zwei Röhren gefüllt werden. Wenn die erſte Röhre 3 Minuten, die zweite 1 Minute offen iſt, ſo fließen 40 cbm in den Behälter. Iſt aber die erſte Röhre 1 Minute, die zweite 7 Minuten offen, ſo fließen 60 cbm ein. Wieviel cbm liefert jede Röhre in 1 Minute, und wie lange müſſen beide Röhren zugleich geöffnet ſein, wenn der Behälter voll werden ſoll? c) Ein Dreieck AB0 in 2 Stücke zu zerſchneiden, welche in dem Verhältniß 2:3 ſtehen, durch eine Gerade, welche durch einen auf AB gelegenen Punkt P geht. d) Zwiſchen den Punkten A und B liegt ein Sumpf. Um ihre Entfernung von einander zu beſtimmen, hat man auf dem Felde einen Punkt Cangenommen und

die Strecke A0= 131,52 m, die Strecke B0= 227,9 m gefunden. Winkel ABG beträgt 44⁰ 12˙ 28. Wie weit iſt A von B entfernt?

Naturwiſſenſchaftliche Arbeit: Methoden zur Beſtimmung des ſpecifiſchen Gewichts feſter und flüſſiger Körper. Landwirtſchaftliche Arbeit: Die Bearbeitung des Bodens mit dem Pfluge.

*) Theodor Krausbauer, geb. den 1. Mai 1857 zu Kleinbremen(Reg.⸗Bez. Minden), war von Oſtern 1874 bis dahin 1877 Zögling des Seminars zu Homberg, vom 1. März 1877 bis 11. Oktober 1878 Lehrer in Mohnhauſen(Reg.⸗Bez. Kaſſel), vom 11. Oktober 1878 bis 1. Auguſt 1879 Klaſſenlehrer in Scherpenberg(Reg. Bez. Düſſeldorf), vom 1. Auguſt 1879 bis dahin 1880 Lehrer an der Bürgerſchule zu Eſchwege. Im November 1879 abſolvierte er die zweite Prüfung und erwarb dabei das Zeugnis der Befähigung für den Unterricht an Unter⸗ klaſſen von Mittelſchulen..