Aufsatz 
Das botanische Pensum der Tertia. Anhang: Übersicht der Klassen des Linné'schen Systems
Entstehung
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§ 19. A. Tilia grandifolia. Die Sommerlinde. B. Tilia parvifolia. Die Winterlinde. h Fam. Tiliacéae. Kl. L. Kl.

122. Die Blattſpreite(25) iſt meiſt zu beiden Seiten der Mittelrippe ſymmetriſch geſtaltet; iſt die eine Seite dagegen größer als die andere, ſo iſt das Blatt ſchief.

123. Knospen, welche an der Spitze von Achſen ſtehen und die Anlagen zu Verlängerungen derſelben ſind, heißen Gnd- oder Gipfel-(Terminal-) Anospen; Beitenknospen ſind die Jugendzuſtände der ſeitlich an der Achſe entſtehenden Zweige. Dieſe ſtehen meiſt in der Achſel von Blättern(38), ihren Tragblättern(39) und heißen dann Achſelknospen(⸗ſproſſe). Bei manchen Pflanzen fehlt die Gipfelknospe.

124. Knospen, welche ſich an beliebigen Stellen der Pflanze(nicht in den Blattachſeln) ent⸗ wickeln, werden Beiknaspen(Adventivknospen) genannt und bringen Beiſproſſe(Adven- tivsprosse) hervor. Dieſe können ſich auch aus Wurzeln entwickeln.

125. Solche Knospen, welche lange Zeit, oft Jahre lang ſich nicht entfalten, heißen ſchlafende

nospen.

126. 5 Vncer entwickeln ſich ſämmtliche Samenknospen(5) eines Fruchtknotens oder eines Fruchtknotenfaches, ſondern ein Teil von ihnen wird durch die in der Entwickelung bevor⸗ zugten unterdrückt. Ebenſo können ganze Fruchtknotenfächer unterdrückt und ſo ein mehr⸗ fächeriger Fruchtknoten zu einem einfächerigen werden. 1

127. An den Früchten ſind häufig Einrichtungen getroffen, welche ihre Verbreitung z. B. durch den Wind ermöglichen.

So bewirkt das Hochblatt an den Blütenſtänden der Linden, daß die Fruchtſtände langſam, in drehen⸗ der Bewegung zur Erde fallen und in olge deſſen dem Angriff des Windes längere Zeit ausgeſetzt ſind.

Blätter:(25) ſchief⸗herzf., zugeſpitzt, geſägt. Vorblätter: 139. Blüte: 11, 24, 43, 58, 80, 173. Frucht:

66. Vaterland: einheimiſch. Die Linde kann ein ſehr hohes Alter(bis über 1000 Jahre) erreichen. Die große Linde zu Neuſtadt am Kocher war z. B. ſchon im Jahre 1229 ein durch ſeine Größe und ſein Alter berühmter Baum. Vergleichung: Gattung Tilia!

§ 20. A. Vitis vinifera. Der Weinſtock. B. Ampelopsis quinquefolia. Der wilde Wein. h Fam. Vitacsae. Kl. L. Kl.

128. Nicht nur Blätter oder Blattſtiele, ſondern auch Zweige, alſo Achſenglieder können ſich in Ranken(79) umwandeln. Von den Blattranken(79) unterſcheiden ſich dieſe Zweigranken dadurch, daß ſie Blätter und nicht ſelten Blüten hervorbringen.

129. Manche Ranken haben die Fähigkeit an ihren Spitzen, wenn dieſe mit harten Körpern in Berührung kommen, breite Polſter zu entwickeln, die ſich an rauhe Flächen anheften.

130. Eine Rispe,(Pannicula) i*ſt ein zuſammengeſetzter Blütenſtand(53), welcher in ſeinem unteren Teil reicher als im oberen verzweigt iſt und einen pyramidalen Umriß beſitzt.

131. Von der gewöhnlichen Rispe unterſcheidet ſich die Doldenrispe nur durch ihre Geſtalt, in⸗ ſofern in ihr die Blüten nahezu in einer Ebene ſtehen..

132. Unter den Sproſſen des Weinſtocks unterſcheidet man Lotten oder Tohden und Geizen. Lohden ſind die kräftigen, Geizen die ſchwächeren Sproſſen, welche in den Blattachſela der Lohden entſtehen und ſich im Laufe des Sommers mehr oder weniger vollſtändig entfalten. Sie beginnen mit einem Niederblatt

.(50), aus deſſen Achſel im nächſten Jahre eine neue Lohde entſpringt.

Plätter: A herzf., drei⸗ bis fünflappig, grob⸗ſtachelſpitzig⸗gezähnt. B 62. Blättchen eif. bis längl., zugeſpitzt,

grob⸗ſtachelſpitzig⸗geſägt. Blüte: 11, 15, 24, 43, 58, 59, 80. Frucht: 40. Bei A werden die Kronen beim Aufblühen mützenförmig abgeworfen.. Vaterland: A unbekannt, wahrſcheinlich Orient. B Nordamerika. Anbau: A in zahlloſen Varietäten kul⸗ tiviert. Feinde: Phylloxéra vastatrix Reblaus, Erysliphe Tuckeri Traubenpilz. In Nordamerika werdengandere Arten von Vitis z. B. V. vulpina, V. Labrusca zur Weinbereitung kultiviert.

Vergleichung!

§ 21. A. Solanum tuberosum. Die Kartoffel A. B. Solanum nigrum. Der ſchwarze Nachtſchatten O. C. Atropa Belladonna. Die Tollkirſche. Fam. Solanacéae Ordn. Tubiflorae. Kl. L. Kl. 133. Die Knolle der Kartoffel iſt ein unterirdiſcher Stengel(21), welcher ſtark in die Dicke wächſt und nur kleine ſchuppenförmige Niederblätter(50) trägt.(Vergl. 41).