Aufsatz 
Das botanische Pensum der Tertia. Anhang: Übersicht der Klassen des Linné'schen Systems
Entstehung
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ling(embryo); außerdem findet ſich bei vielen Pflanzen noch innerhalb der Samenſchale eine den Keimling umſchließende weiße Maſſe 3) das Sameneimeiß(Endosperm).

103. Der noch im Samen liegende Keimling läßt eine kleine Wurzel(Würzelchen, radicula) die Dauptmurzel, einen kurzen Stengel mit einer Knospe(Federchen, plumtla) am Ende und unter dieſer das oder die Reimblätter, Samenlappen oder Katyledonen unterſcheiden.

104. Die Hauptwurzel erhält ſich entweder ſo lange die Pflanze lebt, oder ſie ſtirbt frühzeitig ab und die Pflanze entwickelt am Grunde des Stengels neue, untereinander gleichſtarke Wurzeln, die Uebenmurzeln. Die Hauptwurzel bleibt einfach oder entwickelt ſich äſtig. Läuft bei einer äſtigen Hauptwurzel der mittlere Teil in vorwiegender Stärke bis zur Spitze aus, ſo nennt man eine derartige Hauptwurzel Pfahlwurzel und ihre Äſte heißen dann Geitenmurzeln 1., 2., 3. u. ſ. w. Ordnung. Die Geſammtheit der Wurzeln einer Pflanze bildet ihr Wurzelſyſtem.(Vergl. Vorbemerkung).

Die Wurzeln einer Pflanze können ihrer Geſtalt und Beſchaffenheit nach ſehr verſchieden ausgebildet ſein z. B. ſpindelförmig, rübenförmig, fadenförmig, knollig(41) u. ſ. w., holzig oder fleiſchig.

105. Die bisher betrachteten Pflanzen haben ſämmtlich entweder 2 Kotyledonen und gehören dann zur Klaſſe der Dikotyledonen(Zweikeimblättrige), oder 1 Kotyledon und gehören dann zur Klaſſe der Monokotyledonen(Einkeimblättrige).

Dikotyledonen ſind: Primula, Anemone, Prunus, Pirus, Ribes, Caltha, Ranunculus, Fragaria, Geum Aesculus. Sinapis, Brassica, Thlaspi, Cochlearia, Pisum, Lens, Phaseolus, Vicia, Onobrychis, Ornithopus, Trifolium, Medicago, Lupinus, Rosa, Rubus, Papaver, Chelidonium. Monokotyledonen ſind; Tulipa, Crocus, Luzula, Paris, Convallaria, Majanthemum, Asparagus, ium Iris. In welchen Merkmalen außer der Zahl der Keimblätter ſtimmen die Monokotyle- donen e inerſeits, die Dikotyledonen andrerſeits überein?

§ 17.

A. Agrostemma Githago. Die Kornrade O. B. Spergula arvensis. Der Spergel. O. C Stellaria media. Die Bogelmiere Ou. S. D. Stellaria glauca. Die Sumpfmiere 2. E. Melandryum album. Die Abendlichtnelke O O. F. Saponaria officinalis. Das Seifenkraut 2.

Fam. Caryophyllacsae. Kl. L. Kl.

106. Blätter, welche einen zweigliedrigen Quirl(52) bilden, heißen gegenſtändig; wechſeln

bei gegenſtändigen Blättern die aufeinanderfolgenden Quirle ab, ſo heißen die Blätter

kreuzſtändig(decussiert). 107. Die Berippung der Blätter heißt dreinervig, wenn neben der Mittelrippe vom Grunde des

Blattes noch zwei Hauptnerven auftreten.

108. Ein zuſammengeſetzter Blütenſtand(53), bei welchem die Anzahl der Nebenachſen ein und derſelben Ordnung beſtimmt und die Hauptachſe durch eine Blüte begrenzt iſt, heißt ein trugdoldiger Blütenſtand(cyma). Beträgt die Anzahl der gleichwertigen Nebenachſen immer 2, ſo wird er eine zweiachſige Trugdolde(dichasium) genannt.

109. Blattartige Auswüchſe auf der Innenfläche der Kronenblätter bilden eine ſogenannte Nebenkrone oder ein Krönchen(D, E).

110. Eine Blüte, welche ſowohl Staubblätter als Stempel enthält, heißt eine zweigeſchlechtige⸗ oder Zvitterblüte(hermaphrodite Blüte) 8, ſolche Blüten dagegen, welche nur Staub⸗ blätter oder nur Stempel enthalten, heißen eingeſchlechtig(diklinisch) und zwar ſind die Staubblattblüten die männlichen G, die Stempelblüten die weiblichen 2 Blüten(D).

111. Sind bei einer eingeſchlechtigen Pflanze die und 2 Blüten auf verſchiedene Exemplare verteilt, ſo heißt die Pflanze(oder die Blüte) zweihäuſig oder diöcisch(D).

112. Die Samenleiſte(46) ſteht mitunter in der Verlängerung der Blütenachſe. Sie iſt dann axil oder central und wird in dieſem Fall auch Famentrüger genannt.(Vergl.§ 2).