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kommende Notiz, Amazia habe nach dem Tode Joas' noch 15 J. gelebt(II. K. 14, 17; II. C. 25, 25), und dann fährt die Chronik fort:„Und von der Zeit an, da Amazia von dem Herrn abwich“(II. C. 25, 27),„machten ſie einen Bund wider ihn zu Jeruſalem, er aber floh gen Lachis. Und ſie ſandten hin, ihm nach, gen Lachis und töteten ihn daſelbſt“(II. K. 14, 19; II. C. 25, 27). Hieraus ergiebt ſich, daß Amazia nicht die ganzen 29 Jahre ſeiner Regierung hindurch im Beſitze der Macht geweſen iſt, ſondern daß dieſelbe mit der Niederlage gegen Joas und dem Aufſtand der Anhänger des reinen Jehovahdienſtes zu Ende war. Dieſe erhoben ſodann— bei der Dynaſtie Davids mußten ſie ja bleiben— ſeinen 16jährigen Sohn Aſarja oder Uſſia, welcher „that, das dem Herrn wohl gefiel“(II. K. 15, 3; II. C. 26, 4), ſo lange er in ſeinen jugendlichen Jahren unter ihrer Leitung ſtand(II. C. 26, 5; ſpäter wurde dies anders, v. 16 ff.). Aſarja regierte alſo zunächſt(ſeit 801, wie die Conſtruction ergiebt) als Uſurpator gegen ſeinen Vater(be⸗ greiflicher Weiſe tritt dies in unſeren Berichten nicht hervor) und nach deſſen Tode(790) als recht⸗ mäßiger König; Jerobeam II. ſtarb alſo 763 im 38. J. ſeiner Regierung(wie II. K. 15, 8 für den Anfang ſeines Sohnes Sacharja richtig angiebt) oder im 27. J. ſeines Königtums. Wenn nun die obige Notiz(II. K. 15, 1) Aſarja gerade umgekehrt im 27. J. Jerobeams König werden läßt, ſo iſt dieſe Umkehrung wohl nichts anderes als ein Verſehen des Schreibers, und eben dieſe Corruptel ſelbſt, in welcher nichts als die Zahl 27 richtig iſt, ein unverächtlicher Beweis für die Richtigkeit der ihr entgegenſtehenden 10 Stellen und für die Genauigkeit unſerer Conſtruction.
7) Nach II. K. 16, 1 wird Ahas König im 17. J. Pekahs.— Ahas Vorgänger Jotham war, wie ſchon geſagt, in den letzten Jahren ſeines Vaters Aſarja Mitregent des letzteren. Da ihm als Regierungszeit 16 J.(an 3 Stellen, Kön. und Chron.), dem Ahas ebenfalls 16 J.(an 2 Stellen, Kön. und Chron.) zugeſchrieben werden, und dann deſſen Sohn Hiskia bis 721 noch 6 J. regiert, ſo können Jothams 16 J. nur von Beginn ſeiner Regentſchaft und nicht erſt von ſeiner Thronbe⸗ ſteigung nach dem Tode ſeines Vaters Aſarja(749) im 2. J. Pekahs gerechnet werden. Indem der Bearbeiter in obiger Stelle das Letztere gethan hat, hat er Pekahs 2. Jahr als Jothams 1., alſo Pekahs 17. als Jothams 16. angeſehen und ſo Ahas' Anfang in dieſes Jahr verſchoben, wonach Jotham alſo nicht volle 16 J. regiert hätte. Daß Letzteres der Fall iſt und auch für Ahas gilt, zeigt auch unſere Zeittafel, wonach die Regierungen Beider nur die Jahre 758—727 einnehmen.
Ich bin zu Ende. Wenn man bisher in den behandelten 84 Zahlen nichts als ein un⸗ entwirrbares Chaos erblickte, ſo wird der ſachkundige Leſer, welcher dieſen äußerlich allerdings wenig einladenden Combinationen bis hierher gefolgt iſt und geſehen hat, wie 77 von dieſen Zahlen ſich aufs beſte zu einander ſchicken, und wie auch die übrigen 7 nicht einfach verworfen, ſondern mit einer einzigen Ausnahme(4) ohne wohffeile textkritiſche Conjecturen und auf ungezwungene Weiſe, wie ich hoffe, ihrer Entſtehung nach erklärt worden ſind, mit mir zu andrer Anſicht gelangt ſein. Was wir hier vor uns haben, iſt gutes Edelmetall urſprünglicher chroniſtiſcher Aufzeichnung: es bedurfte nur geringer Reinigung von den Schlacken einer nahezu dreitauſendjährigen Ueberlieferung, um in ſeinem alten Glanze zu erſcheinen, der allein ſchon ſeinen hohen Wert verbürgt.
Allein wir beſitzen noch ſchärfere Mittel der Prüfung in einer moabitiſchen und zahlreichen aſſyriſchen Inſchriften derſelben Zeit. An dieſen Prüfſteinen wird es nunmehr ſeine Echtheit zu
bewähren haben. II) Die Monumente.
Bei dieſer Prüfung werde ich mich aus Mangel an Raum wie an Zeit und an Hilfs⸗ mitteln meiſtens auf Duncker beziehen, welcher die bezüglichen Reſultate der Keilſchriftforſchung mit dankenswerthem Fleiß zuſammengeſtellt, aber freilich, wie ich mit A. v. Gutſchmid glaube, nicht immer mit Glück verwertet hat. Es wird ſich, wie ich hoffe, zeigen, daß dem Reſultate der Prüfung durch dieſe Beſchränkung kein Eintrag geſchieht; ohnehin werde ich, wo es nöthig iſt, über dieſelbe hinaus⸗ gehen.
1 Ich ſtelle zunächſt Dunckers Annahmen meinen Reſultaten gegenüber.


