Aufsatz 
Proben einer Übersetzung von Cäsar's gallischem Krieg / von R. Zwirnmann
Entstehung
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dem Eindrucke der Angst Dinge berichtet, die er gar nicht wahrgenommen habe. Cäsar folgte an diesem Tage den Feinden in der gewohnten Entfernung und schlug drei Meilen von ihrem Standorte ein Lager.

23. Da nur noch zwei Tage an der Zeit fehlten, wo die Soldaten ihre Getreiderationen empfangen sollten, so glaubte Cäsar für Beschaffung von Lebensmitteln sorgen zu müssen, und da er nur 18 Meilen von Bibracte, dem ausserordentlich reich mit Vorräthen ausgestatteten Hauptorte der Aeduer entfernt war, so schwenkte er am folgenden Tage von den Helvetiern ab und setzte sich nach Bibracte in Marsch. Die Feinde erfuhren diese Bewegung durch entlaufene Sclaven des Lucius Aemilius, des Anführers einer gallischen Reiterabtheilung; sie änderten ihren Plan, kehrten um und begannen unsere Nachhut zu verfolgen und zu reizen, sei es, weil sie glaubten, dass die Römer ihnen aus Furcht den Rücken wendeten, um so mehr, da dieselben am vorhergehenden Tage trotz der Besetzung der Berghöhen nicht zum Angriff übergegangen waren, oder sei es, weil sie hofften, die Verbindungen der Römer durchkreuzen zu können.

24. Als Cäsar diese Schwenkung der Helvetier gewahrte, führte er seine Truppen auf einen nahegelegenen Hügel und schob Reiterabtheilungen vor, um den Angriffsstössen der Feinde zu begegnen. Gleichzeitig ordnete er seine vier Veteranenlegionen auf der Mitte des Berghangs zur Schlacht, auf der Gipfelfläche des Höhenzuges aber stellte er die beiden kürzlich im cisalpinischen Gallien geworbenen Legionen, sowie sämmtliche Hülfsmannschaften auf, und besetzte so den ganzen Berg mit seinen Truppen; das Gepäck liess er auf einen Platz zusammentragen und denselben von den auf dem Gipfel der Anhöhe aufgestellten Truppen mit Schanzwerken umgeben. Die Helvetier folgten mit ihren sämmtlichen Karren, thürmten ihr Feldgeräth an einem Platze auf, zersprengten in dichtgeschaarten Schlachthaufen unsere Reiterei und rückten mit geschlossenen Schilden gegen unsere erste Linie vor.

25. Um die Gefahr auf Alle gleichmässig zu vertheilen und jeden Fluchtgedanken aus- zuschliessen, entfernte Cäsar zunächst sein eigenes Schlachtross, liess sodann alle Berittenen absitzen, richtete ermuthigende Worte an seine Truppen und schritt zum Angriff. Die Soldaten schleuderten von der Höhe herab ihre Wurfspeere, durchbrachen so mit Leichtigkeit die geschlossenen Reihen der Feinde und stürmten ihnen dann mit geschwungenen Schwertern entgegen. Den Helvetiern war folgender Uebelstand im Gefecht sehr hinderlich. Ein einziger Speerwurf durchbohrte mehrere ihrer Schilde und nagelte sie zusammen; in Folge dessen verbog sich die eiserne Speerspitze; ausser Stande, dieselbe herauszureissen und unfähig, bei dieser Belastung des linken Armes sich mit hinreichender Freiheit zu bewegen, zogen es daher zahlreiche Helvetier vor, den Schild wegzuwerfen und mit unbeschirmter Brust zu fechten. Nach einem mörderischen Kampfe traten sie endlich den Rückzug an, wandten sich nach einem in der Nähe befindlichen, etwa tausend Schritte entfernten Berge und besetzten denselben. Während die Unsrigen ihnen folgten, wurden sie von den im Vormarsch begriffenen Bojern und Tulingern, welche mit ungefähr 15,000 Mann den Zug der Feinde schlossen und die Nachhut derselben deckten, an der offenen Seite angegriffen und umzingelt. Die auf den Berg zurückgegangenen Helvetier bemerkten diese Bewegung, drangen von neuem vor und traten wieder in das Gefecht ein. Die Römer gewannen durch eine Schwenkung zwei Angriffslinien: die beiden ersten Treffen setzten sich in Bewegung, um dem Vorstosse der bereits in völliger Auflösung zurückgewichenen Helvetier zu begegnen; das dritte Treffen aber rückte vor, um die angreifenden Bojer und Tulinger zum Weichen zu bringen.