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so war die Erscheinung schon eine andere, als wenn die Kugel in der von Anfang an festgeschlossenen Röhre lief. Schon desswegen war also diese Methode zu verwerfen. Ausserdem musste bei dieser Methode die Kugel bei jeder veränderten Neigung der Röhre herausgenommen werden, ein Verlust von Flüssigkeit, mochte diese Operation noch so sorgfältig ausgeführt werden, war dabei unvermeidlich, es musste also die Röhre von Neuem gefüllt werden, wodurch die Flüssigkeit in derselben möglicher Weise für dieselbe Versuchsreihe eine kleine Aenderung erleiden konnte. Ausserdem war diese Operation ziemlich weitläufig und zeitraubend, zumal wenn viele tausende solcher Versuche angestellt wurden, wie es von uns geschehen ist. Dann wurde folgende Vorrichtung versucht: In die Glasröhre wurde die Hälfte einer Messinghülse gelegt, welche durch einen kleinen, rechtwinklig auf ihr stehenden Vorsprung die Kugel zurückhielt, so lange sie auf der unteren Seite der Wand sich befand; wurde die Glasröhre um 180° gedreht, so dass diese untere Wand oben hinkam, so fiel die Kugel heraus und lief hinab. Aber auch diese Einrichtung erwies sich nicht als praktisch, da bei grösseren Neigungen die Kugel leicht schon früher herausfiel, wie auch durch den Vorsprung die Grösse der Kugel beschränkt wurde; denn Kugeln, die nur wenig Spielraum in der Röhre hatten, konnten nicht genommen werden.
So kamen wir denn schliesslich auf die einfachste Weise, nämlich die, die Kugel dadurch in Bewegung zu setzen, dass wir die Röhre schnell aus der wagerechten Lage in die von einer bestimmten Neigung brachten. Dies Verfahren erscheint für den ersten Anblick so gewagt, so wenig zuverlässig, dass wir zunächst durch eine längere Ver- suchsreihe dasselbe prüften. Es wurde eine Reihe von Versuchen mit der oben erwähnten Messinghülse gemacht, indem eine Bleikugel in Wasser auf diese Weise in Bewegung gesetzt wurde; dann wurde mit derselben Röhre und Kugel und demselben Wasser das einfache Verfahren ohne jede Vorrichtung angewendet, und es ergab sich, dass die Resultate des letzteren gerade so genau waren, wie die des ersteren. Die beiden Versuchsreihen wurden mehrfach wiederholt, um die Sicherheit des Verfahrens so viel als möglich festzustellen. Aus allen ergab sich die Brauchbarkeit desselben. Die Anwendung dieses Verfahrens vereinfacht wesentlich unsere Methode, wie sich gleich herausstellen wird.
Der Hergang bei jedem Versuche war nämlich folgender: Die eingespannte Glas- röhre, welche unten durch einen Schraubenverschluss oder einfach, wie es später geschah, durch einen Kautschukpropfen, der bis zu einer gewissen in das Glas geritzten


