Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte von Oberlahnstein
Entstehung
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am 22. März fand in der ersten Stunde eine Gedächtnisfeier statt, bei welcher der Rektor die Ansprache hielt.

Die schriftliche Entlassungsprüfung zu Ostern währte vom 3.7. Februar. Der- selben unterzogen sich die drei Obersekundaner Heinrich Falkenbach, Otto Hummerich und Hermann Keutner. Die mündliche Prüfung wurde am 13. März unter dem Vorsitze des Geheimen Regierungs- und Provinzialschulrates Dr. Lahmeyer abgehalten. Den drei Abiturienten wurde das Zeugnis der Reife für Prima zuerkannt; zwei wurden von der Ablegung der mündlichen Prüfung befreit.

. Leider war der Gesundheitszustand sowohl bei den Lehrern als bei den Schülern

in dem nunmehr abgelaufenen Schuljahr ein sehr ungünstiger.

Herr Kollege Zülch, von einer Krankheit, welche ihn im Januar des Jahres 1889 befallen hatte, nicht völlig hergestellt, hatte seinen Dienst wieder auf- genommen und versah denselben, bis die Kräfte versagten. Da die Hoffnung, dass die Ruhe in den Pfingstferien Besserung bringen werde, sich nicht erfüllte, sah sich derselbe am 17. Juni genötigt um Urlaub einzukommen, welcher anfangs auf 5 Wochen genehmigt wurde, dann aber bis zum Ende des Semesters verlängert werden musste. Anfangs übernahmen die Kollegen und der Unterzeichnete die Vertretung. Da aber auch Herr Werle an den Folgen seiner Erkrankung im vergangenen Winter

fortwährend schwer litt, so dass er zum Gebrauche der Kur in Ems mehrere Wochen

in der zweiten Nachmittagsstunde vertreten werden musste, und sämtliche Lehrer bereits über die pflichtmässige Anzahl wöchentlicher Stunden beschäftigt waren, musste für dauernde Vertretung des erkrankten Kollegen Zülch Sorge getragen werden. In zuvorkommender Weise erklärte sich Herr Pfarrer Rocholl hier bereit, den evangel. Religionsunterricht zu übernehmen. Hiefür sei ihm nochmals auch an dieser Stelle geziemender Dank gesagt. Im übrigen vertrat mit Genehmigung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums der wissenschaftliche Hilfslehrer Dr. Ferdinand Spohr aus Kassel Herrn Zülch.

Die Hoffnung, dass nach den Herbstferien die Gesundheitsverhältnisse sich bessern würden, ging nicht in Erfüllung. Nachdem Herr Kerstgens bereits am 2. und 3. Dezember durch Unwohlsein zum Aussetzen des Unterrichts gezwungen war, erkrankte er am 14. Dezember heftig und konnte erst nach den Weihnachtsferien seinen Dienst wieder aufnehmen. Von dem 14. Dezember an begann für die Anstalt eine traurige Periode der Krankheit. Mit Beginn der Schule am 7. Januar 1890 wurde der kath. Religionslehrer, Herr Kaplan Jost, von der Influenza ergriffen und fehlte bis zum 12. Januar, am 10. und 11. Januar musste Herr Hiecke aussetzen, vom 13. bis zum 17. Januar fehlte Herr Werle, beide von der tückischen Krankheit befallen, vom 24. bis zum 31. Januar war der Rektor krank, und Kollege Zülch schloss die Reihe der Influenza-Erkrankungen, indem er vom 3. bis zum 14. Februar den Unterricht unter- lassen musste. So vertraten sich also 2 Monate fast ununterbrochen die Lehrer gegenseitig, selbst ohne Ausnahme mehr oder minder leidend, oft nur aufrecht ge- halten durch die Rücksicht auf den kränkeren Kollegen, mühsam die Kräfte sammelnd zur gewissenhaften Ausübung des Berufs.