Aufsatz 
Leitfaden über die Erziehung und Behandlung der Obstbäume
Entstehung
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ſchmiere die Wunde mit Baumkitt(ſiehe Anhang). Iſt zu vieler, namentlich hitziger Dünger die Urſache, ſo laſſe man ferner dem Baume zur Ader, d. h. man ritze mit einem ſcharfen Meſſer die äußere Rinde bis auf den Baſt der gan⸗ zen Länge nach, oder auch mit Abſätzen unterbrochen, auf, oder man mache hin und wieder ſolche Querſchnitte.

2. Der Gummi⸗ oder Harzfluß iſt diejenige Krankheit an Stein⸗ obſtbäumen, beſonders an Kirſchen, bei welcher der Saft ausfließt und zu Harz gerinnt. Er bildet ſich durch Saftſtockung und bricht an den ſchwächſten Stellen der Rinde hervor, wird zum Brand, wenn der Ausfluß anhaltend iſt, und ent⸗ ſteht durch fetten Boden, hitzigen Dünger, Quetſchungen, unzeitiges oder zu ſtarkes Beſchneiden ꝛc. Die von Harzfluß ergriffenen Aeſte nimmt man abz iſt der Stamm damit befallen, ſo ſchneidet man die betreffende Stelle ſcharf aus, waſcht die Wunde fleißig mit Seifenwaſſer und verwahrt ſie mit einem leicht

härtenden Kitt.

3. Der Krebs zeigt ſich vorzüglich an Apfelbäumen und hat in ſeiner erſten Erſcheinung die größte Aehnlichkeit mit dem Brand, aber tiefern Grund, da gewöhnlich der ganze Organismus angegriffen iſt. Die verbrannt ſcheinenden Stellen erweitern ſich nur langſam nach oben und unten, mehr nach Innen und der Seite und bilden bald Vertiefungen im Helze, welche von der loſen Rinde nur leicht bedeckt werden. Er rührt entweder von hitzigem Dünger, namentlich von Menſchenkoth, her, oder iſt von der Mutter des Baumes geerbt. Das Uebel iſt nie völlig heilbar, kann aber durch Behandlung, wie beim Brand, in

ſeinem Fortgange verzögert werden.

4. Das Moos, eine Schmarotzerpflanze in vielen Varietäten, von denen die ſchwefelgelbe und ſilbergraue Kruſte die ſchlimmſten ſind, wird beſonders durch tiefe Lage und feuchten, viel beſchatteten Boden begünſtigt. Wenn man den Stamm und die Aeſte öfter abwaſcht und abkratzt, dann wird es dem Samen, aus dem ſich das Moos bildet, unmöglich zu keimen. Das etwa entſtandene