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der Baumſchule, naturgemäße Behandlung der Bäume und beſonders die Erhal⸗ tung eines ſtets regen Ausſcheidungsvermögens. Letzteres ſucht man durch Ab⸗ waſchen mit reinem oder dünnem Kalkwaſſer, durch Abſchälen der ältern abgeſtor⸗ benen Rinde und des Mooſes, überhaupt durch Entfernung aller Stoffe, welche die Oberhaut bedecken, zu bewirken; auf dieſe Weiſe wird auch manche Inſekten⸗ brut in den Ritzen der Rinde vertilgt, oder es wird den Inſekten unmöglich, ſich und ihre Eier zu verbergen. Das natürlichſte Mittel, Inſekten von den Bäumen abzuhalten oder unſchädlich zu machen, iſt, die von dieſen Thieren lebenden Vö⸗ gel, wie: Meiſen, Nachtigallen, Grasmücken, Nothſchwänze, Schwalben, Fin⸗ ken c.,*) zu ſchützen. Außer dieſem können ſolche, namentlich Raupen, auf verſchiedene Weiſe gefangen oder vertilgt werden. Vielfache Anweiſung hierzu findet man in den landwirthſchaftlichen Wochenblättern für das Herzogthum Naſſau.
Der allzu beſchränkte Raum geſtattet nicht, hier alle mögliche Krankheiten aufzuzählen, ihre Kennzeichen, ihre Entſtehung und Heilung anzugeben; deßhalb folgen in gedrängter Kürze nur die am häufigſten vorkommenden.**)
1. Der Brand. Beim Brand ſind die angegriffenen Theile, Holz und Rinde, ſchwarz, als wären ſie verbrannt. Er erſcheint zuerſt örtlich an einzelnen Wunden, und iſt alsdann heilbar; bei längerer Dauer greift er den ganzen Or⸗ ganismus an und wird zum unheilbaren Krebs. Die gewöhnlichen Urſachen die⸗ ſer Krankheit ſind: Hagelſchlag, Froſtſchaden, Wunden durch gewaltſame Ver⸗ letzung und fehlerhafte Behandlung, als: Düngen mit hitzigen Stoffen, Beſtrei⸗ chen mit Oel und andern Fettigkeiten, Beſchneiden im Safttriebe ꝛc. Die Heilung muß ſich nach der Entſtehungsart richten. Zuerſt nehme man die brandigen Theile bis auf völlig geſundes Holz und ungefärbte Rinde ganz weg und ver⸗
*) Obſtbaukunde. Ein Handbuch der wiſſenswürdigſten Kenntniſſe in dieſem Zweige der Oekonomie. Herausgegeben von dem Vereine zur Beförderung des Obſtbaues in der obern Lauſitz. Dresden und Leipzig 1844.
**) Zur weitern Belehrung hierüber verweiſe ich auf:„die Krankheiten, Uebel und Feinde der Obſtbäume und ihre Abhülfe,“ von Johann Ludwig Chriſt. Frankfurt am Main.


