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Mittel die Bänder, welche die beiden Theile der Hülle verbinden, zu zerreißen oder mürbe zu machen. 1) Das Säen.
Den Ort, an welchem die Bäume erzogen werden, nennt man Baum⸗ ſchule, und den Theil derſelben, in welchen der Same geſäet wird, Samen⸗ ſchule. Die Samenſchule muß ungefähr 2 Fuß tiefe, etwas beſſere Erde haben, als die Edelſchule, in welche die Sämlinge im dritten Jahre verpflanzt werden; und da die zarten Pflänzchen weniger die ungünſtigen Einwirkungen der Witterung und des Klimas ertragen können, ſo wähle man einen etwas geſchützten Ort dazu. Ihrem Umfange nach braucht dieſelbe nur der zwanzigſte Theil der CEdelſchule zu ſein.
Ehe die Obſtkerne geſäet werden, benutzt man die Samenſchule ein Jahr lang zu Hackfrüchten, welche man fleißig bearbeitet und gut düngt; hierauf gräbt man ſie nochmals um und verſieht ſie in der Richtung von Norden nach Süden mit 1½— 2 Fuß entfernten und 1— 2 Zoll tiefen Furchen, in welche, im Herbſt oder Frühjahr, der Same ſo eingeſtreut wird, daß die jungen Pflanzen 1½— 2 Zoll entfernt zu ſtehen kommen. Den Samen deckt man ¼— 1 Zoll hoch mit Erde*). Hat man Nachſtellungen von Mäuſen zu fürchten, ſo lege man Wach⸗ holderbeerreiſer oder Dornen mit vielen und ſcharfen Spitzen darauf, bevor man den Samen mit Erde bedeckt.
Die breitwürfige Ausſaat(wie man Frucht ſäet) hat zwar den Vortheil, daß die jungen Pflanzen nach allen Richtungen eine gleichmäßigere Entfernung erhalten, und daß Ungeziefer, namentlich Mäuſe, weniger Zerſtörungen anrichten kann; aber ſie verhindert eine regelmäßige Bearbeitung des Samenbeetes, beim Ausgraben gehen viele Pflanzen zu Grunde oder werden beſchädigt, und wird die Einwirkung des Lichts und der Wärme durch eine größere Beſchattungsfläche ver⸗ mindert.
*) Der zum Keimen nicht vorbereitete Same muß etwas mehr bedeckt werden, weil er ſpä⸗ ter aufgeht und daher länger den Wechſelwirkungen der Witterung ausgeſetzt bleibt. Kirſchkerne keimten bei mir einmal erſt nach einem Jahre.


