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der Johannis⸗ oder Paradiesäpfel, der Quitten, Mahalebkirſchen und anderer ſchwach treibenden Obſtſorten.
Der im Rückſtand von Apfel⸗ und Birnwein enthaltene Same iſt zur Aus⸗ ſaat gleich gut, da hierzu meiſtens nur geringere Obſtſorten verwendet werden.
Wenn auch durch ſpätere Veredlung jede beliebige gleichartige Obſtſorte auf den Wildling gebracht werden kann, und wenn auch jeder Theil des Baumes ſeine eigenthümlichen Säfte verarbeitet; ſo iſt doch die Unterlage nicht ohne Ein⸗ fluß auf den weitern Theil des Baumes, alſo auch nicht auf die Frucht ſelbſt. Will man daher jede Sorte in ihrer möglichſten Reinheit erhalten, ſo muß man ſchon bei der Auswahl des Samens auf die ſpätere Frucht Rückſicht nehmen oder umgekehrt. Man wähle daher zur Unterlage für Bäume, welche ſüße oder ſaure Früchte bringen ſollen, auch gleichartigen Samen, am beſten von derſelben Obſt⸗ art; nur zur Erzeugung neuer Obſtſorten möchte der Same edler Bäume, deren Sämlinge dann nicht veredelt werden, zu verwenden ſein. Beſonders iſt dieſer dann dazu geeignet, wenn man die Vermuthung haben kann, daß die Frucht durch Staubmiſchung edler Blüthen entſtanden iſt. Hierdurch kann ſelbſt eine beſ⸗ ſere Sorte, als die des Mutterſtocks, erzielt werden; jedoch hat man in dieſem Falle über die Güte der neuen Frucht keine Gewißheit, wenn auch Kennzeichen,
wie breite runde Blätter, ſtachelloſes Holz und nicht zu nahe ſtehende Augen, die⸗ ſelbe erwarten laſſen.
Bei dem auf irgend eine Weiſe geſammelten Samen muß man dafür ſorgen, daß er ſeine Keimkraft nicht verliere, was leicht geſchieht, wenn er an feuchten Orten oder lange aufbewahrt wird. Man ſäet ſolchen daher am beſten, ſobald das Fleiſch davon getrennt iſt. Sollte dieſes nicht möglich ſein, ſo wird man am ſicherſten gehen, wenn man den Samen ſchichtenweiſe zwiſchen Erde oder Sand in Blumentöpfen oder Kaſten an kühlen Orten aufbewahrt und mäßig feucht hält, etwa 2— 3 Wochen vor der Frühijahrsſaat an wärmere Orte bringt und mehr anfeuchtet. Am empfindlichſten ſind die Kerne der Steinobſtbäume. Man ſtreue dieſe über Winter auf einen Raſenplatz aus, oder ſuche durch irgend ein künſtliches


