0
C der ſchließt, den zaͤrteſten Familienſinn, der durch unaufloͤsli⸗ che Bande verkettet.*)
Aber wer bemerkt nicht zugleich, was fuͤr wohlthaͤtige Re⸗ gungen, was fuͤr maͤnnliche Entſchließungen auf der andern Seite in den Herzen aller derjenigen, die jene Tafelgeſaͤnge ent— weder ſelbſt anſtimmten oder nur anhoͤrten, geweckt und ge⸗ naͤhrt werden mußten? Und gerade in dieſer heiligen Stim— mung, in dieſem warmen Gefuͤhle voll Vaterland, worin oh— nehin jeder Vorſatz zu patriotiſchen Thaten nur deſto feuriger, deſto tiefer das Herz durchdringt? Und gerade in jenen beſſe⸗ ren Zeiten des Roͤmers, worin Waͤrme und Vorliebe fuͤr das Gute in ſeinem Charakter ſo unverkennbar iſt? Jedoch ich will dem Urtheile des fuͤhlenden Leſers weiter nicht vorgreifen und nur noch bei dem Einzigen verweilen, daß man, indem man die Tugenden der Vaͤter ſang, vorzüglich auch die Jugend zur Nachahmung derſelben deſto mehr zu befeuern ſuchte.»Majo— res natu in conviviis ad tibias egregia superiorum opera carmine comprehensa pangebant,**) quo ad ea imitanda
juventutem alacriorem reddcrent.«**†)
*) Ehrwürdige Römer der alten Zeit, wer könnte euch ſeine Verehrung ver⸗ ſagen? Gewiß habt ihr ſelbſt verdienſtloſe Aeltern nach ihrem Tode mit Schonung beurtheilt und über ihre Eigenheiten und Schwächen, über ihre Fehler und Verirrungen, den Mantel der Liebe gebreitet!— Aber was ſoll man von manchen Menſchen dieſer Zeit denken, die, um die Ge⸗
ſellſchaft zu unterhalten, mit behaglichem Lachen loſe Streiche ihrer verſtorbenen Väter und Großväter zu erzählen fähig ſind? **) i. e. canebant. ***) Valer. Max. II, 1. 10. Die


