Aufsatz 
Über den Wert des lateinischen Unterrichtes in der Realschule
Entstehung
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Auf den Stappel schüttet die Ernten der Erde der Kaufmann, Was dem glühenden Strahl Afrikas Boden gebiert, Was Arabien kocht, was die äusserste Thule bereitet, Hoch mit erfreuendem Gut füllt Amalthea das Horn. Da gebieret das Glück dem Talente die göttlichen Kinder, Von der Freiheit gesäugt, wachsen die Künste der Lust. Mit nachahmendem Leben erfreuet der Bildner die Augen, Und vom Meissel beseelt, redet der fühlende Stein; Künstliche Himmel ruhn auf schlanken ionischen Säulen, Und den ganzen Olymp schliesset ein Pantheon ein; Leicht wie der Iris Sprung durch die Luft, wie der Pfeil von der Senne, Hüpfet der Brücke Joch über den brausenden Strom. Aber im stillen Gemach entwirft bedeutende Cirkel Sinnend der Weise, beschleicht forschend den schaffenden Geist Prüft der Stoffe Gewalt, der Magnete Hassen und Licben, Folgt durch die Lüfte dem Klang, folgt durch den Aether dem Strahl, Sucht das vertraute Gesetz in des Zufalls grausenden Wundern, Sucht den ruhenden Pol in der Erscheinungen Flucht. Körper und Stimme leiht die Schrift dem stummen Gedanken, Durch der Jahrhunderte Strom trägt ihn das redende Blatt. Da zerrinnt vor dem wundernden Blick der Nebel des Wahnes, Und die Gebilde der Nacht weichen dem tagenden Licht. Seine Fesseln zerbricht der Mensch, der beglückte! Zerriss' er Mit den Fesseln der Furcht nur nicht den Zügel der Scham! Freiheit, ruft die Vernunft, Freiheit! die wilde Begierde, Von der heil'gen Natur ringen sie lüstern sich los. Ach, da reissen im Sturm die Anker, die an dem Ufer Warnend ihn hielten, ihn fasst mächtig der fluthende Strom; Ins Unenqdliche reisst er ihn hin, die Küste verschwindet, Hoch auf der Fluthen Gebirg wiegt sich entmastet der Kahn, Hinter Wolken erlöschen des Wagens beharrliche Sterne, Bleibend ist nichts mehr, es irrt selbst in dem Busen der Gott. Aus dem Gespräche verschwindet die Wahrheit, Glauben und Treue Aus dem Leben, es lügt selbst auf der Lippe der Schwur; In der Herzen vertraulichsten Bund, in der Liebe Geheimniss Drängt sich der Sykophant, reisst von dem Freunde den Freund; Auf die Unschuld schielt der Verrath mit verschlingendem Blicke, Mit vergiftendem Biss tödtet des Lästerers Zahn; Feil ist in der geschändeten Brust der Gedanke, die Liebe Wirſt des freien Gefühls göttlichen Adel hinweg; Deiner heiligen Zeichen, o Wahrheit, hat der Betrug sich Angemasst, der Natur köstlichste Stimmen entweiht, 3*