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gehörigem Gebiete herrscht, ist sie der Form nach so tadellos und über den Irrthum- erhaben; eben desshalb aber auch kann sie nicht für Anderes eintreten. Die oben be-
schriebene Systematik des wissenschaftlichen Denkens, welche auch die des praktischen Denkens ist, enthält die Mathematik, in ihrer wundervollen Einseitigkeit, nicht; selbst- verständlich ist sie als Gehülfin der Naturwissenschaft für die reale Bildung unentbehrlich.
Dass endlich das Betreiben der deutschen Grammatik an und für sich, ohne Ver-
gleichung mit einer fremden Sprache, die durch das Lateinische gewährleistete Ausbildung nicht ersetzen wird, brauchen wir hier nicht zu entwickeln, wenn wir nicht sehr oft Gesagtes wiederholen wollen. Der Unterricht in der lateinischen und deutschen Sprache, welcher in der Hand eines und desselben Lehrers liegen muss, hat sich gegenseitig zu fördern und zu ergänzen. Eine Circularverfügung der königlich preuss. Regierung vom 8. März 1843 erklärt den einseitigen grammatischen Unterricht in der Muttersprache, welcher„die deutsche
Sprache den Schülern gegenüber gleichsam als eine fremde betrachtet“, mit vollem Recht- für„höchst nachtheilig“.*) In der oben(S. 6) citirten Rede ist(p. 323 der neuen Jahrbücher)
über diesen Gegenstand das Nöthige gesagt;— nicht enthalten können wir uns jedoch, an den Schluss unserer Betrachtungen die treffenden Worte Kalischs(Programm der königl. Realschule in Berlin 1840, p. 23, 24) zu setzen:
„Das wunderlichste Geheimniss ist, dass unsere deutschen Grammatiker selbst, alle- sammt und sonders, durch die lateinische und griechische Schule gegangen und dadurch erst zu ihrer deutschen Grammatik, oder, weil das missverstanden werden könnte, zu der Fähigkeit, eine deutsche Grammatik zu verfassen, gelangt sind. Wir im Gegentheil wollen unsern Schülern die deutsche Grammatik ersparen; aber weit entfernt, sie verbieten zu wollen, gehen wir vielmehr darauf aus, sie ihnen, soweit es nöthig ist, überhaupt erst pädagogisch möglich zu machen, indem wir ihnen an dem Latein gleichsam einen Spiegel darbieten, von welchem die Reflexion sich klar und deutlich vollziehen kann.“
*)„Höchst nachtheilig ist der in manchen Anstalten übliche theoretische grammatische Unterricht in der Muttersprache, welcher die deutsche Sprache den Schülern gegenüber gleichsam als eine fremde, erst noch zu erlernende betrachtet oder die natürliche Aeusserung der Sprachthätigkeit zu einer bewussten zu erheben sucht und schon in der Behandlung des Gegenstandes von Seiten des Lchrers, sowie in der sich kundgebenden Theilnahm-
losigkeit der Schüler seine Unzweckmässigkeit zu erkennen giebt.“


