Aufsatz 
Schiller und das erste Dezennium des neunzehnten Jahrhunderts
Entstehung
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auf der Weimarischen Kunstausstellung von 1805 unter 67 Kunstwerken fünf Monumente für Schiller ²) fanden. Dann trat dieser Plan zurück; man suchte zu irgend einer Stiftung zu gelangen, die des Dichters Nachkommen zu Pensionären der Nation machte. Becker dachte an ein Gut,Schillersruhe,Schillershain, das als Fideikommiss der Familie über- geben und zugleich auch zur Erinnerungsstätte für den Ruhm des Dahingeschiedenen ge- macht werden könnte, er forderte die deutschen Theaterdirektionen auf, die Vorstellung des zehnten Novembers zur Schillerfeier zu gestalten, ihr Ertrag sollte dann diesem Zwecke zu- gute kommen.

Die Art, wie diese Vorschläge aufgenommen wurden, ist nun ein schönes Zeugnis für die Stellung der Nation zu ihrem Dichter.Alles, was echten deutschen Sinn hat... jeder, dem beim Worte deutsch noch kein sardonisches Lächeln auf der gebissenen Lippe sitzt, soll und muss dazu mitwirken, dass einmal ein solches, gewiss in der Folge heil- bringendes Beispiel in Deutschland gegeben wird. In der Zeit der Zerbröckelung sei es Bedürfnis für die Deutschen, das einzige, aber auch nötigste Interesse, die gestiegene Kultur, recht fest zu halten.Im Besten und Edelsten, was der Mensch hat, sind wir längst Nation. So schrieb derFreimütige), und das war keine vereinzelte Stimme. Überall in Deutsch- land regte es sich; vor allem wurden dieTotenfeiern, die an zahlreichen Orten veranstaltet wurden, diesem Zwecke dienstbar gemacht: ihre Einnahmen waren oft dem Besten der Familie des Dichters bestimmt. Der Ertrag war zum Teil recht bedeutend; den Bericht über die Berliner Gedenkfeier(am neunten Mai 1806) schloss Iffland mit den Worten:In Berlin lebt dem unsterblichen Dichter eine herzliche Verwandtschaft. Sie hat bei der Trauerfeier sich innig und ehrenvoll dazu gemeldet; der Ertrag belief sich auf 3003 Taler 2 Groschen, wo- zu noch vier goldene Huldigungsmedaillen als Geschenk für die Waisen kamen. ¹⁰) Er- freulich ist auch der Wetteifer der einzelnen Städte, wie er sich in den Korrespondenzen desFreimütigen und der LeipzigerZeitung für die elegante Welt wider- spiegelt: einmal wird z. B. das Ergebnis desBenefizes für Schillers Erben in Riga, Hamburg und Berlin zusammengestellt, wobei das reiche Hamburg sehr schlecht abschneidet. ¹¹) Den Vorwurf, der darin lag, wollte aber die alte Hansestadt doch nicht auf sich sitzen lassen: die geringe Beteiligung wird auf die am Tage der Vorstellung eintreffende Nachricht von der Erneuerung der Elbblokade zurückgeführt und außerdem mitgeteilt, dass eine Subskription eröffnet sei, um dem zu geringfügigen Resultat abzuhelfen. ¹²)

In der von Zacharias Becker geplanten Weisc wurde der Plan nicht ausgeführt: die bald über Norddeutschland hereinbrechenden Kriegswirren mochten den Gutskauf in etwas bedenklichem Lichte erscheinen lassen, vielleicht genügte auch die zusammengekommene Summe nicht zu diesem Zweck: wer konnte denn in den nächsten Jahren, während deren die Sammlungen doch wohl noch hätten fortgesetzt werden müssen, an derartige Dinge denken! Trotzdem blieb Beckers uneigennützigem Bemühen schöner Erfolg nicht versagt: die immerhin recht beträchtlichen Summen wurden im Interesse der Witwe und der Waisen des Dichters verwendet und erleicherten neben der hochherzigen Fürsorge der Erbprinzessin von Weimar und Dalbergs Frau Charlottens materielle Lage bedeutend. ¹³)

Ihren lauten Ausdruck fand die allgemeine Trauer in einer beträchtlichen Anzahl