Aufsatz 
Der lateinische Unterricht in der Quarta im Zusammenhang mit den Perthes'schen Reformvorschlägen
Entstehung
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12 lich erleichtern könnte. Der Verfasser dieser Abhandlung hatte mit um so größeren Schwierig- keiten zu kämpfen, je weniger das an unserer Anstalt noch nicht ersetzte Ostermann'sche Übungsbuch für Quarta sich mit der Perthes'schen Lehrmethode in Einklang setzen läßt. Es dürfte wohl dem Zweck dieser Abhandlung entsprechen, kurz anzugeben, wie er sich(wenigstens im ersten Semester) wohl oder übel zu helfen suchte; um so mehr, da der im folgenden geschilderte Unterrichtsgang nicht etwa aus rein theoretischen Erwägungen vorher entworfen war, sondern recht eigentlich die Praxis zur Grundlage hat, insofern er ganz aus dem Bestreben hervorging, den beim grammatischen Unterricht und bei der Lektüre hervortretenden praktischen Bedürfnissen nach Möglichkeit Rechnung zu tragen.

Zunächst wurden die ersten fünf Abteilungen in der von Ostermann beliebten Reihenfolge übersetzt(I. Übereinstimmung des Prädikats mit dem Subjekt. II. Apposition. III. Uberein- stimmung des Pronomens. IV. Nominativ. V. Das unbestimmte»man«). Da in diesen Stücken durchweg ein recht einfacher Satzbau vorwaltet, so bereitete die UÜbersetzung derselben dem Schüler nicht zu viele Schwierigkeiten; dieselben waren vielmehr wohl geeignet, den bisher nur wenig im Ubersetzen aus dem Deutschen geübten Schüler auch hierin immer mehr auauleiten. Die syntaktischen Regeln, deren Kenntnis hier vorausgesetzt wird, müssen durchweg durch die bisherige Lektüre der Perthes'schen Lesebücher den Schülern bekannt sein. Die beiden ersten Ab- schnitte gaben eine ganz willkommene Gelegenheit, das(durch die§§ 176 bis 181 des Perthes'schen Vokabulariums für Quinta) aus der Wortbildungslehre Gelernte durch eine Behandlung der Substantiva mobilia zu erweitern. Ebenso konnte mit dem 3ten Abschnitt eine Repetition der Pronomina verbunden werden; im Anschluß daran wurde in deutschen und lateinischen Stunden die Erweiterung der attributiven Bestimmungen zu Nebensätzen(als Einführung in die Lehre vom zusammengesetzten Satz) erörtert. Während zunächst wöchentlich vier Stunden diesen Ubungen gewidmet wurden, wurde in den übrigen drei Stunden Cäsar gelesen. Bei der anfangs recht langsam fortschreitenden Lektüre wurde das Hauptgewicht gelegt auf eine sorgfältige Umwandlung der häufigen Partizipialkonstruktionen in die entsprechenden Nebensätze. Der Schüler erkennt hierdurch immer deutlicher die Thatsache, daß Nebensätze lediglich durch Erweiterung von Satzteilen einfacher Sätze entstanden sind; gleichzeitig wird er(dem Lehrplan unserer Anstalt entsprechend) in der deutschen Grammatikstunde angeleitet, einfach erweiterte Sätze in zusammengesetzte umzuwandeln. Führen die Relativsätze und die Partizipialkonstruktionen zunächst zu den attributiven und adverbialen Nebensätzen, so geben besonders die zahlreichen Beispiele des Accus. c. Inf. Gelegenheit, einzugehen auf die Subjekts- und Objektssätze. Es erschien daher geeignet, nach diesen durch den deutschen Unterricht und die Cäsar-Lektüre gewonnenen Vorkenntnissen auf den Vten Abschnitt des Ostermann'schen Ubungsbuches sofort die Abschnitte XIII(Acc. c. Inf.), XIV(Participium conjunctum), XV(Abl. absol.) folgen zu lassen, welche noch im Sommer-Semester absolviert wurden.¹) Am Schluß des Semesters zeigte es sich bei der Übersetzung der zusammenhängenden Stücke auf Seite 83 (Codrus und Themistocles), daß die Schüler im ganzen wohl im stande waren, die schon recht verwickelten Satzkonstruktionen richtig zu zergliedern und ohne große Mühe zu übersetzen. Da bis zum Abschlaß des Semesters noch einige Stunden übrig blieben, so wurden dieselben zu

¹) Diese Abschnitte setzen so geringe Kenntnisse aus der Kasuslehre voraus, daß in dieser Hinsicht keine erheblichen Schwierigkeiten entstanden.