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Es fragt sich nun, wie die speziell für die Grammatik bestimmten Lehrstunden in die entsprechende Beziehung zur Lektüre gesetzt werden können.
In dem dieser Abhandlung vorausgeschickten Plane ist zunächst von der Repetition und Befestigung der Formenlehre die Rede. Daß, abgesehen von den nicht sehr häufigen. Fällen, wo eine falsche Ubersetzung auf der Unkenntnis oder unrichtigen Auffassung einer grammatischen Form basiert, bei der Lektüre alle sogenannten»grammatischen Zwischen- fragen aus der Formenlehre« zu vermeiden sind, bedarf nach dem Gesagten keiner weiteren Erörterung: die Lektüre soll eben nicht das Substrat für zusammenhangslose grammatische Repetitionen bilden. Mehr Gelegenheit bieten die noch näher zu besprechenden mündlichen und schriftlichen Übersetzungsübungen aus dem Deutschen, indem bald das diesen Übungen zu Grunde liegende syntaktische Pensum(z. B. Pronomen, Participium, Infinitiv), bald die beim ÜOber- setzen hervortretenden Symptome herrschender Unsicherheit zur Repetition eines bestimmten Abschnittes der Formenlehre veranlassen. Daneben ist jedoch eine systematische Wiederholung des gesamten Gebietes der Formenlehre unerläßlich, da eine möglichst sichere Kenntnis derselben die allernotwendigste Grundlage sicheren, weiteren Fortschreitens ist. Zunächst müssen einige Paragraphen, welche in Quinta nur gelesen und kurz erläutert wurden, nunmehr genauer gelernt resp. memoriert werden; besonders die§§ 3 und 4(Prosodie), 106(Conjug. periphr.) und 136 bis 139(Stammformenbildung der Composita). ¹) Hieran schließt sich wohl am besten die Repetition des Verbum; es folgt sodann das Substantiv(bes. Genus-Regeln), Adjektiv, Numerale, Pronomen; bei den Extemporalien werden(etwa durch regelmäßige Hinzufügung einiger Formen) die gerade repetierten Abschnitte berücksichtigt. Wie viel Zeit auf die Repetition der Formenlehre zu verwenden ist, hängt natürlich von den hervortretenden Bedürfnissen und von der jedesmaligen Beschaffenheit der Schülergeneration ab. Man darf sich hierbei nicht zu sehr durch das Bestreben leiten lassen, auf jeden Fall das syntaktische Pensum der Klasse zu erledigen; eine vollständige Absolvierung der in dem vorausgeschickten Plan dem zweiten Semester zugewiesenen Casus-Lehre wird(wenigstens an einem Realgymnasium) überhaupt nur unter den günstigsten Bedingungen zu erzielen sein. Etwaige aus der Casus-Lehre noch nicht erledigte Abschnitte lassen sich in Tertia leicht nachholen; wichtiger ist, daß die Schüler bei ihrem Eintritt in diese Klasse im allgemeinen die nötige Sicherheit in der Kenntnis der Formen- lehre und im Gebrauch derselben mitbringen. Ich wiederhole:»im allgemeinen«; denn auch die Tertia wird einer Wiederholung besonders der Verba mit unregelmäßigen Stammformen, Pronomina und Zahlwörter nicht entraten können.
Die bei der Cäsar-Lektüre und den damit verbundenen Construier-Übungen hervor- tretenden Schwierigkeiten lassen es sehr wünschenswert erscheinen, auf dem Gebiete der lateinischen Syntax mit einer Propädeutik über die Lehre von den Satzverbindungen zu beginnen; in den dafür angesetzten Lehrstunden sollen die durch die Lektüre gewonnenen wesent- lichsten Gesichtspunkte, zunächst ohne systematische Abzweigung, aber in entsprechender Reihen- folge, zusammengestellt und in Übersetzungen aus dem Deutschen ins Lateinische verwertet werden.
Leider fehlt ein an die Perthes'sche Methode sich enger auschließendes UÜbungsbuch zum Ubersetzen aus dem Deutschen ins Lateinische, welches dem Lehrer diese Aufgabe wesent-
¹) Perthes Art. V, S. 90 stellt die Forderung:»Beim Abschluß der Quarta muß der Schüler die ganze Formenlehre von Anfang bis zu Ende auswendig wissen«. Mir scheinen jedoch einige Paragraphen(ich führe besonders an:§ 9, 16, 76, 86, 90, 110) zum wörtlichen Memorieren durchaus ungeeignet zu sein.


