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3. Jn stiller Arbeit wird der Tag bezwungen, 4. Dank sei gesagt all’ denen, die hier fügten
Still-ernstem Wirken ist dies Haus geweiht. Den Stein zum andern, rastlos Tag für Tag,
Jni Gang der Stunden wird voll Fleiß errungen Die nie mit guter Arbeit sich begnügte11,
Hier Ziel für Ziel; wir aber stehn bereit, Nein, denen Bestes nur am Herzen lag.
So Lernende wie Lehrer, einzutreten Dank sei der Stadt, dem Bauherrn, allen Meister-n, Jn diese Säle voll von Luft Und Licht. Die hier in froher Arbeit treu vereint,
Jn starker Treue woll’n wir alle beten, Und Lob und Dank sei allen guten Geistern,
Daß nie der Wille, nie die Kraft gebricht. All’ deren Mühe heut’ gekrönt erscheint.
5. Es wechseln Tag Und Wochen, Jahre ziehenl— Du Haus steh’ fest in Sturm und Sonnenschein Viel Gnade soll in deinen Hallen blühen,
Reich mög’ die Ernte unsrer Saaten sein.
Die Wahrheit suchen und das Gute hegen, Dem Laiid der Väter alle Kräfte weih’n Pflichtstarken Herzens, alles Schöne pflegen, Sei unser Amt! Dazu gib Deinen Segen, Gib freud’gen Mut, o Gott, gib froh Gedeih’n!
Der Direktor öffnete nun das Gebäude, in dessen herrliche Räume die Menge der Festteilnehmer einströmte, um den beiden Experiiiiental-Vorträgen, die gehalten wurden, bei- zuwohnen. Herr Oberlehrer Zimmer sprach über das Thema:»Der Projektionsapparat im Dienste der Physik-« und Herr Oberlehrer Rupp. über: ,,Hohe und niedere Temperaturen.« Zahlreiche, wohlgelungene Experimente unterstützteii diese Ausführungen und ließeti zugleich die praktischen Einrichtungen ersehen und verstehen, die diese Herren in ihren Instituten ge- troffen hatten.
Die Gelegenheit, alle Raume an diesem Tage besichtigen zu können, wurde eifrig wahr- genommen. Die Ausführung des Gebäudes fand bis in die Einzelheiten allgemein An- erkennung und Bewunderung Da fast alles von Alsfelder Firmen angefertigt und geliefert worden war, so bildet das Haus gleichsam eine Ausstellung, die den Alsfelder Handwerkern und Lieferanten zur Ehre gereicht.
Nach dem offiziellen Weiheakt und der Besichtiguiig des neuen Oberrealschulgebäudes fand im Deutschen Haus ein sehr zahlreich besuchtes Festessen statt, in dessen Berlan die üblichen Ansprachen gehalten wurden. Die Oberhessische Zeitung berichtete darüber folgendes:
»Den Reigen eröffnete Herr Geh. Oberschulrat Dr. Scheitermann. Er wies auf den Wandel hin, der sich in den 50 Jahren des Bestehens der Alsfelder höheren Lehranstalt auf allen Gebieten vollzogen. Die Schulmittel und die Bildungsziele seien andere geworden, und dazu hätten gerade die Realschulen ihr redlich Teil beigetragen. Man vergegenwärtige sich den Aufschwung des wirtschaftlichen Lebens, die Errungenschaften auf geistigem Gebiete, die Umwälzungen im politischen Leben und das Auftauchen der großen sozialeii Probleme, vo11 denen eine Anzahl gelöst sei, während andere noch der Lösung harrten. So vieles sich aber auch geändert habe, eins sei geblieben, wie es war: die Liebe und Treue zum angestammten Herrscherhause. Redner schloß seine Worte mit einem Hoch auf den Landessürsten, den wohl- wollenden Förderer der Künste und Wissenschaften, der speziell auch dem Schulwesen sein eifriges Interesse und seine Fürsorge zuwende.
Der erste Beigeordnete, Herr Kurtz, hieß die Gäste, insbesondere die Vertreter der Schul- Abteilung und der Bauabteilung des Großh. Ministeriums, namens der Stadt Alsfeld herzliclJ willkommen. Er dankte der Regierung für ihre wohlwollende Haltung und ihre Unterstützung in der Frage des Ausbaues der hiesigen Realschule zu einer Oberrealschule und bei der Er- richtung des Neubaues. Redner beleuchtete das gemeinsame ersprießliche Wirken voII Gemeinderat, Regierungsvertretern und den beiden Landtagsabgeordneten im Dienste der Alsfelder Oberrealschulfrage und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Stadt Alsseld die Unter- stützu11g, die ihr von den genannten Seiten zuteil wurde, auch in kommenden Fragen und Bedarfsfällen finden würde.
Herr Oberschulrat Block dankte im Namen der Regierungsvertreter für die Begrüßung und zollte der Stadt Alsfeld lebhafte Anerkennung für das Opfer, das sie im Interesse der Erreichung ihres Zieles gebracht habe. Redner gedachte in längeren Ausführungen seiner Beziehungen zu Alsfeld, woselbst er z. T. seine Jugend- und Schulzeit verbracht habe, und


