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geweſen die Profeſſoren Sebaſtian Curtius(1653— 1684) ³⁴), Reinhold Pauli(1671— 35 amuel Andreä(1682— 1699) 23), Philipp Johann Tilemann(1685 1708) 37),(Aadig 168ehte Mieg(1694— 1706) as), Johann Siegmund Kirchmeier(1704— 1723) ⁵⁴), Bernhard Duyſing (1706— 1735) ⁴⁰). Nachdem von 1735 an kein Profeſſor mehr das wirkliche Pfarramt in der Gemeinde verſehen hatte, geſchah dies noch einmal durch Karl Wilhelm Robert(1764— 1767) ⁴¹) Daneben waren aber ſeit 1676 einzelne Profeſſoren auch in der Weiſe in der Gemeinde thätig daß ſie zwar keine eigentlichen Pfarrgeſchäfte beſorgten, aber doch von Zeit zu Zeit regelmäßig eine Predigt zu halten hatteu. Der erſte, welcher mit ſolchen Predigten ohne Pfarrgeſchäfte betraut wurde, war Samuel Andreä, welcher dieſelben von 1676 bis 1682, wo er wirklicher Pfarrer wurde verrichtete ¹2) In äͤhnlicher Weiſe wurden dieſe Predigten in der Folge von andern Mitgliedern der theologiſchen Fakultät und zwar bis zum Jahre 1779 durchweg von den Ephoren der Stipendiaten⸗Anſtalt über⸗ nommen. Wenn jedoch früher angenommen worden iſt 44), daß auch Johann Siegmund Kirchmeier in die Reihe dieſer Prediger ohne Pfarrgeſchäfte gehört habe, weil er ausdrücklich im Jahre 1704 beauftragt wurde,„daß er die zeitigen Nrediäer der reformirten Gemeinde(d. h. die Pfarrer und Profeſſoren Phil. Joh. Tilemann und Ludwig Chriſt. Mieg) bei ihren annoch habenden Profeſſionen (d. h. Profeſſuren) im predigen ſubleviren ſolle“ 4⁴, ſo iſt dies keineswegs richtig. Denn Kirchmeier wurde als wirklicher Pfarrer angeſtellt und als ſolcher am 4. Juni 1704 im Presbyterium feierlich begrüßt, behielt auch ſein Pfarramt neben der Profeſſur bis 1783, wo er es freiwillig niederdegte) Erſt von 1735 bis 1746, als er Ephorus war, ſcheint auch er jene Predigten verſehen zu haben. Ihm folgte dann in dieſer Funktion Johann Wilhelm Krafft von 1746— 1667 45), welcher ausdrücklich als Vierwochenprediger bezeichnet wird; auf dieſen von 1767— 1775 Heinrich Otto Duyſing 1) auf dieſen endlich 1778— 1879 Johann Franz Coing 4⁴⁷). Seitdem wurden jene Predigten nicht mehr mit dem Ephorat verbunden. Zunächſt übernahm dieſelben Johann Jakob Pfeiffer ⁴8), welcher ſie auch beibehielt, als er 1789 Inſpektor der kleinen reformierten Diöceſe in Oberheſſen wurde. Nach deſſen im Jahre 1791 erfolgtem Tod gingen ſie auf den Profeſſor und Inſpektor Wilhelm Münſcher über ⁴⁹) welcher ſie von 1792 bis zu ſeinem Ende im Jahre 1814 verſah. Nachdem auf dieſe Weiſe ſchon zu Pfeiffers Lebzeiten gewiſſermaßen eine Verbindung dieſes Predigtamtes mit der Inſpektur und Profeſſur her⸗ Pſtent war, blieb dieſe Vereinigung der drei Aemter von nun an beſtehen. Doch wurden die genannten redigten dem betreffenden Profeſſor nicht etwa deshalb übertragen, weil er Inſpektor, ſondern weil er akademiſcher Lehrer war. Denn das Amt eines reformierten Inſpektors oder Superintendenten wie es jetzt auf Grund des Organiſations⸗Edikts vom 29. Juni 1821§. 68 heißt, war ſchon 1727 in Marburg ins Leben gerufen worden, ohne daß man bis 1789 an eine Verbindung deſſelben mit der Funktion der Vierwochenpredigt gedacht hatte. Auch hat es in Heſſen niemals einen Su 3 intendenten oder geiſtlichen Inſpektor gegeben, welcher als ſolcher in der Gemeinde ſeines Wohndris
34) Strieder III, 258 fde.
35) Strieder X, 265 fde.
36) Strieder I, 44 fde.
37) Strieder XVI, 201 fde.
38) Strieder IX, 45 fde.
39) Strieder VII, 106 fde.
40) Strieder III, 258 fde. Wegen Kränklichkeit ließ ſich duyſing vom regelmäßigen Predigen und von d r Pfarrgeſchäften dispenſieren. Seine Sielle wurde 1707 dem Pfarrer Dömich übertragen, doch en anbern Gefallen predigen konnte. gen, doch ſo, daß Duyſing nach
4) Fmeder XNI,a33 Se Caſſel d. 8. Auguſt 1676 im Univ.⸗Arch
eſcr. v. Hedwig Sophia, Caſſel d. 8. Augn 76 im Univ.⸗Arch. Vergl. Heppe: Ki: II, 271. Derſelbe: Gfwiger teol. Fakultät, S. 23. Jl. Heppe: Kirchengeſch. beider Heſſeu .43) Bach: Statiſtik, S. 720— 721. Hochhuth: Statiſtik, S. 646— 647. Doch findet ichti;. Strieder VII, 106 fde., und bei Heppe: Geſch. d. theol. Fakultät, S. 10— 11. c findet ſich das Richtige bereits bei 3 49) Tfernde d. r. Karl, Caſſel d. 22. debrnar 1707: e e n rieder VII, 321 fde. Heppe: Geſch. d. theol. Fakultät, S. 13.
46) Strieder III, 267 fde. Her i4 zl. 3
47) Strieder II. 220.
48) Strieder XI, 15 fde. Heppe: Geſch. d. theol. Fakultät, S. 16.
49) Heppe: Geſch. d. theol. Fakultät, S. 18— 19.


