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ſelten und zahm genug!). Dagegen tritt der offizielle Charakter auch in dem letzten Theil der ann. Laur. deutlich genug hervor: Bei dem Aufſtande Bernhards von IJtalien wird ſtatt aller Motive nur der „Rath ſchlechter Menſchen“ angegeben!), der ihn zur Auflehnung ge⸗ gen den Kaiſer bewogen haben ſoll, ganz ebenſo, wie auch Karlmann im Jahre 769 nach den ann. Einh.„durch den ſchlechten Rath ſeiner Vornehmen“ abgehalten wird, ſeinem Bruder zu Hülfe zu eilen²) Die grauſame Beſtrafung Bernhards wird kaum erwähnt, ſein Tod ganz mit Stillſchweigen übergangen*), während doch Quellen, die ſonſt ſchlech⸗ ter unterrichtet ſind als die ann. Laur., über dieſe Ereigniſſe beſſer Aus⸗ kunft geben*). Noch charakteriſtiſcher iſt die Art, wie am Schluß der Annalen die Umſtoßung der erſten Reichstheilung im Jahre 829, ein Ereignis von der größten Wichtigkeit, mit den Worten abgefertigt wird: „Aliis etiam causis, quae ad illius placiti completionem pertinere videbantur congruo modo dispositis atque completis“³) etc.
Dieſe und andere Anzeichen laſſen in dem Schreiber der ann. Einh. und des letzten Theils der ann. Lauriss. mai.— denn beide fließen ja ganz zuſammen— einen Mann erkennen, der nicht nur im Intereſſe und im Auftrag des kaiſerlichen Hofes ſchrieb, ſondern der auch bei den ſeit dem Jahre 829 in der königlichen Familie ausbrechenden Kämpfen ſich ſcheute, einen entſchiedenen Standpunkt einzunehmen, weshalb er auch ſein Werk mit dem Jahre 829 abbrach. Dies paßt aber vollſtändig auf Einhard, der aus demſelben Grunde im Jahre 830 ſich vom Hofe zurückzog, und deſſen zwiſchen Ludwig und Lothar hin und her ſchwan⸗ kende Stellung aus ſeinen Briefen deutlich genug hervorgeht).
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¹) Pertz SS. I, 204, a. 817.
2). Pertz SS. I, 147, a. 769.
³) Pertz, SS. I, 205, a. 818:„Coniurationis auctores qui superius nominati sunt simul et regem iudicio Prancoram capitali iudicio condemnatos lu- minibus tantum iussit orbaris.
*) Chron. Moiss. a. 817 u. 818, SS. I, 312 u. 313. vgl. dazu Wattenbach p. 146.
³) a. Laur. u. Einh. a. 829, SS. I, 218; vgl. dagegen die Angaben in Thegani vita Hludowici Jmp. c. 35, SS. II, 597, wo auch die Folgen dieſes Ereig⸗ niſſes angedeutet werden.
¹) Jaffé, Biblioth. Rer. Germ. IV, Einharti epistolae: ep. 7, p. 445 an Lothar; ep. 8, p. 447 an die Kaiſerin Judith, bei der er ſich entſchuldigt, daß er wegen Krankheit ihrem Befehle, zu ihr zu kommen, nicht Folge leiſten könne; ep, 9, p. 447 an einen Bekannten über dieſelbe Angelegenheit; ep. 10, p. 449 bittet er Ludwig, wie ep. 8 Judith, ihn zu entlaſſen, damit er ſich ganz dem Dienſte ſei⸗


