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Schmähungen als die einzigen Urheber der begangenen Verbrechen zu bezeichnen; daß dies der Biograph am Schluſſe ſeiner Erzählung noch einmal ſo ausdrücklich thut*), verräth die oben erwähnte Abſicht, den Papſt von allem Verdacht zu reinigen. Stephan ſelbſt ſchrieb dagegen zu einer Zeit, wo er ſich mit Deſiderius verſöhnt hatte und nur durch Erhaltung der Freundſchaft mit ihm die Erfüllung der gemachten Ver⸗ ſprechungen erwarten konnte; er hatte alſo um ſo mehr Intereſſe, auch Deſiderius als unſchuldig erſcheinen zu laſſen und alle Schuld auf Chriſtophorus und Sergius, ſowie auf den Franken Dodo zu ſchieben, da etwaige Erörterungen zwiſchen Deſiderins und Karl leicht auch ſeine Schuld hätten an den Tag bringen können. Die Anyeſenheit des Deſiderius wird dann naiv aus ſeiner Abſicht, dem Stuhl Petri die bisher verweigerten Gebiete herauszugeben, erklärte), während doch der Biograph ihn zur Vernichtung des Chriſtophorus und Sergius mit einem Heere erſcheinen läßt. ³)
Eigenthümlich iſt der Darſtellung Stephans die Erwähnung Do⸗ dos und ſeiner Begleiter, welche beim Biographen ganz fehlt. Sie führt uns zu einer Anſicht über Karlmanns Stellung zum Stuhl Petri nach der Heirath ſeines Bruders, die der von Abel angenommenen auch für dieſe Zeit widerſpricht. Wir haben ſchon oben geſehen, daß im Jahre 770 ein freundſchaſtlicher Verkehr beider Frankenkönige mit dem Papſte ſich nachweiſen läßt, daß aber Abels Annahme, Stephan habe an Karlmann„vorzugsweiſe eine Stütze geſucht“*¹), ohne Grund⸗ lage in den Quellen ſei); wir können jetzt ſogar Gründe für das Gegentheil vorbringen. Es ſcheint allerdings, daß Karlmann, als er durch die Verhandlungen Karls mit Deſiderius und Taſſilo in eine iſolirte Stellung gerathen war, mehr Einfluß auf den Stuhl Petri zu gewinnen und zu dieſem Zwecke dem Papſte ſelbſt nahe zu treten ge⸗ ſucht hat.?) Stephan aber ſcheint auf dieſe Beſtrebungen nicht recht
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¹) p. 156 n. 3.
²) Jaffé p. 168:„dum hic apud nos excellentissimus filius noster Desiderius Langobardorum rex pro faciendis nobis diversis iustitiis beati Petri existeret.“
³) Muratori III, 178 II.
4) Abel p. 72.
³) ſ. oben p. 47 u. 64.
³) Daß von Karlmann, nicht von Stephan die Annäherung ausging, zeigt der Brief des letzteren aus dem Jahre 770, cod. Car. ep. 48, Jaffé 49, p. 166.


