Aufsatz 
Kritische Beiträge zur Geschichte Karls des Großen (768-771) / von G. Wolff
Entstehung
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Ehre gereichte, ſteht ganz in der Luft, am wenigſten hätte man ihn von Brunengo und Thijm erwarten ſollen, denn der Brief Stephans, auf den allein ſie ſich bei ihrer Annahme ſtützen können, enthält, wie dies ja auch im Intereſſe des Papſtes lag, nur Lobendes über die von ihm angenommenen Gemahlinnen aus fränkiſchem Geſchlecht.¹) Was endlich von dem Mangel an Enthaltſamkeit Karls geſagt wird), iſt nichts Neues, neu iſt nur, daß derſelbe als Grund für die Annahme der Ehe und gegen die des Concubinats mit Himiltrud gelten ſoll.

Was die Zeit der Abfaſſung des Briefes betrifft, ſo hat auch hierin wohl Abel Recht, wenn er gegen Jaffé, der ihn vor Berthas Abreiſe geſchrieben werden läßts), ſagt:erſt nach der Abreiſe Ber⸗ thas, erſt nachdem die Vermählung eine feſt beſchloſſene Sache war, kann Stephan davon Nachricht erhalten haben); denn in dem Brief, in welchem der Papſt den Königen zu ihrer Verſöhnung gratulirt, weiß er noch nichts von der beabſichtigten Heirath?); Bertha aber reiſte gleich nach der Verſammlung zu Selz, in der ſie ja die Ver⸗ ſöhnung erſt zu Stande gebracht hatte, ab?); es kann alſo nicht einmal das eben erwähnte Gratulationsſchreiben vor ihrer Abreiſe abgefaßt ſein, geſchweige denn der doch erſt nach dieſem geſchriebene Brief über die Heirath mit Deſiderata. Wenn aber Abel weiter ſagt:Nur aus dem Gefühl einer unabänderlichen Thatſache gegenüber zu ſtehen, erklärt ſich ſeine maßloſe Sprache, hätte er Hoffnung gehabt, die Ehe verhindern zu können, ſo würde er gewiß mit größerer Beſonnenheit und Ueberlegung ſich ausgeſprochen haben¹), ſo ſcheint dies nicht recht im Einklange zu ſtehen mit einer anderen Stelle, wo er ſagt:

aufs eindringlichſte beſchwört er die Könige, ſich auf keine Verbindung mit den⸗ Langobarden einzulaſſens); wir aber möchten die letztere Auffaſſung vorziehen: Die Beſchwörungen ſind die Hauptſache, und die übertriebenen Schmähungen gegen die Langobarden ſind recht ab⸗

*) Jaffé I. c. p. 159:accipientis, sicut preclari et nobilissimi reges, de eadem vestra patria, scilicet ex ipsa nobilissima Francorum gentae pulchrissimas coniuges.

¹) I. c. p. 322.

³) Regesta pontificum p. 201 n. 1826; Bibl. IV, p. 158, ep. 47(769 770),

*) K. d. G. p. 67 n. 3 u. 68.

³) ſ. oben p. 125.

) ann. Lauriss. mai. u. Einh. a. 770, Pertz SS. I, 148 u. 149.

*1.

³) p. 67.