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daß wir bei dem Charakter des ganzen Schriftwerks kein Bedenken tragen, ſie mit Abel gänzlich zu verwerfen.) u
Wenn irgend etwas geeignet iſt, uns in dieſer Anſicht zu beſtärken, ſo iſt es die Art, wie neuerdings Thijm Abel gegenüber die Angaben des Briefes zu vertheidigen ſucht. Thijm ſagt:„Karl verließ die Himiltrudis im Jahre 770 und heirathete Deſiderata“²); darunter wird jeder verſtehen, daß Karl mit Himiltrud vermählt geweſen ſei, und daher, wenn auf eine beſondere Beilage verwieſen wird, in dieſer die Belege dafür erwarten. Wirklich beginnt Thijm in dieſer Bei⸗ lage“) auch damit, daß er gegen Hefele, der Karls Ehe mit Himiltrud bezweifelt, anführt, daß„Bigamie unter den Franken nichts ſeltenes war.“ Dann aber ſchließt er ſich nach einigen Ausfällen gegen Abel, deſſen Worte entſtellt citirt werden, ganz an Giuſeppe Brunengo an. Nun kommt aber dieſer— und Thijm pflichtet ihm auch hierin voll⸗ ſtändig bei— zu dem Reſultate, daß die Berichte über das Verhältnis zwiſchen Karl und Himiltrud es„ſo gut als gewiß machen, daß er mit dieſer nicht verheirathet war“, das ſchließe jedoch nicht aus,„daß Karl noch ein fränkiſches Weib zur Gemahlin hatte“; allerdings, nur hätte Thijm, wenn er von der Ueberzeugungskraft dieſes Einwands ſo durchdrungen iſt, wie er in der Beilage es zu ſein angibt*), nicht im Texte dieſes Weib gerade Himiltrude nennen dürfen.“) Wenn aber als Grund für das Schweigen der Chroniſten der Umſtand angegeben wird, daß dieſe Frau Karl„keine Nachkommen hinterlaſſen habe und dem großen Fürſten nicht zur Ehre gereicht habe“), ſo iſt das erſtere nur ſtichhaltig für Paulus Diaconus*) und Thegan“), nicht aber für Einhard, der im 18. Capitel der vita Caroli M. alle Frauen ein⸗ ſchließlich der Deſiderata, mit der Karl ja auch keine Kinder erzeugt hatte, und außerdem ſogar noch die Concubinen aufzählt.“) Der letztere Grund aber, daß die erſte Frau„dem großen Fürſten nicht zur
¹) Vgl. die Erklärung des Widerſpruchs bei Abel p. 69.
*²) K. d. G. p. 144.
9) 1. c. p. 322.
*) Er ſagt unmittelbar nach der Anführung der oben citirten Worte Brunengo's: „In dieſem Falle ſind die Worte des Papſtes vollkommen richtig“ etc. p. 322.
³) p. 144.
³) ꝓ. 322.
)) l. c. Pertz 8S. II, 265.
²) Vita Hludovici imp. Pertz SS. II, 590 ff.
*) Jaffé Bibl. IV, 525.


